Heavy Rain

Mord und Mystery für anspruchsvolle Erwachsene

Preview

Nein, dies ist kein interaktiver Spielfilm. Seit der Ankündigung des Adventures der „Fah­ren­heit“-Entwickler von Quantic Dreams geistert das Unwort der 1990er Jahre durch die Blogs. Der Spieler imitiert keineswegs den Ver­lauf eines Films, vielmehr erlebt er ein Spiel, das sich in der Bildsprache an Kinoklassikern des Film noir orientiert: Lange Einstellungen, Wech­sel zwischen Totale und Nahansicht, Regen, und vor allem vielschichtige Charak­tere. Das gibt es viel zu selten in digitalen Spie­len, was Chefentwickler David Cage auf einem Symposium im Rahmen der Gamescom 2008 beklagte. „Heavy Rain“ hat gleich einige Hand­voll Figuren, die nicht stupide darauf warten, dass ein Held kommt, der sie ordentlich vertrimmt. Die Helden sind in diesem Fall eine junge Frau, ein FBI-Mann, ein Architekt und ein Privatdetektiv. Sie alle sind in die Mordfälle eines gewissen Origami-Killers verwickelt. Der Spieler identifiziert sich mit diesen vielschichtigen Personen und nimmt auf diese Weise An­teil an der Entwicklung der Story. Dabei ist die Spieltwelt keineswegs photorealistisch inszeniert. Anders als die ersten Spielbilder und Trai­ler vermuten lassen, sehen die Figuren aus wie Figuren in einem Digi­talspiel und nicht wie in einem Kinofilm à la „Avatar“. Ebenso wenig re­volutionär ist die Steuerung: Der Spieler nutzt zwar die Ana­log­sticks, um Gegenstände aufzuheben oder Fi­guren auf einem Stuhl zu platzieren, doch größ­tenteils lenkt er seinen Prota­go­nisten durch die Räume der Spielwelt, meistert Quick-Action-Szenen mit schnellem Sym­bol­tasten-Drücken und wählt Dialogzeilen aus. Hier indes zeigt das Spiel seine Stärke, denn jede Entscheidung wirkt sich auf den Fortgang der Handlung aus. So hat der Spieler das Ge­fühl, Akteur zu sein und nicht bloß ein Knöpf­chen-drück-August, der nach der Pfeife der Entwickler tanzt. (pk)

Fazit:

Das Ausnahmespiel ist wuchtig, überraschend, fesselnd – und kein Spaß für prototypische „Call of Duty“-Ballerheinis mit einem Faible für schlichte Storys.

Handelsinfo
Verkaufsargumente:

• aufwändige Inszenierung
• kinoähnliche Handlung
• flexibler Spielverlauf

Ordertipp: A

Plattform: PS3

Genre: Abenteuer

Publisher: SCE

Vertrieb: SCE

USK: 16

EVT: 26.02.2010

UVP: ca. 70 €