Silent Hill: Shattered Memories
Horrortrip ins Innere eines väterlichen Hirns
Die „Silent Hill“-Spiele wurden stets gerühmt für ihre minder dominierenden Actionsequenzen. Doch wer „Silent Hill 5“ gespielt hat, der wird gewiss einige Hundert Kreaturen erschossen, erschlagen oder zerschnetzelt haben. Das kann hier nicht passieren, denn Harry Mason ist ein eher zögerlicher Mann, der im Falle einer Bedrohung lieber eines tut: Reißaus nehmen. Damit wird „Shattered Memories“ keineswegs zum Angsthasenspiel, ganz im Gegenteil: Die Atmosphäre ist so bedrohlich wie in den vorangegangenen Teilen, der Spieler streift wiederum durch die Straßen und Häuser von Silent Hill und durch die Wälder im Umland. Harry Mason, der Protagonist, ist auf der Suche nach seiner Tochter, die nach einem Autounfall zu Beginn des Spiels aus dem Wagen verschwunden ist. Harry durchstöbert Lagerräume und Werkshallen, macht Fotos von Spielplätzen – und spricht mit einer Barfrau. Nach einem Blick auf Harrys Ausweis weist sie ihn darauf hin, dass er in der Nähe wohnen muss.
Doch in seinem Haus wohnen andere Menschen, und eine hilfreiche Polizistin verschwindet. Diese mysteriösen Ereignisse führen zu alptraumhaften Szenen, in denen hautlose Geschöpfe auf Harry zueilen. Im Gegensatz zu früheren „Silent Hill“-Titeln lassen sich die Plagegeister nicht mit einer Rohrzange oder einer Flinte töten. Vielmehr wirft der Spieler sie von Harrys Rücken, indem er die Wiimote schüttelt. Und dann läuft Harry davon. Während des gesamten Abenteuers meidet er den Kampf. Das macht die Sache enorm reizvoll: Der Spieler konzentriert sich darauf, Rätsel zu lösen, Gegenstände zu finden, Informationen zu sammeln – und den Bedrohungen zu entkommen oder sich vor ihnen zu verstecken. Zudem spielt die Art des Verhaltens eine Rolle und die Weise, wie der Spieler einen psychologischen Fragebogen ausfüllt. Das geschieht in Zwischensequenzen, die jedes Mal mehr offenbaren von Harrys Vergangenheit – die offenbar den Verlauf des ganzen Spiels maßgeblich bestimmt. < (pk)
Fazit:
„Silent Hill“ ohne Blut und Gemeuchel? Das funktioniert hervorragend, denn uns hat dieser Wii-optimierte Teil stärker gegruselt als der Vorgänger für die dicken Konsolen.
Verkaufsargumente:
• eigenständige Story
• flexible Spielwelt
• bewährte Horror-Serie
Ordertipp: A
Plattform: PS2, PSP, Wii
Genre: Adventure
Publisher: Konami
Vertrieb: Konami
USK: 16
EVT: 04.03.2010
UVP: ca. 30-40 €




