Alpha Protocol

Der vermeintliche „Splinter Cell“-Klon entpuppt sich als originelles Spionage-Rollenspiel

Preview

Intrigen, Verrat und Automatikpistolen sind prima Zutaten zu einem Spionage-Thril­ler, davon weiß „Splinter Cell“-Held Sam Fisher ein Lied zu singen. „Alpha Pro­tocol“-Held Michael Thornton tritt in die Fuß­stapfen des berühmten Games-Agenten und schleicht durch ein Action-Adventure, das ihn erst nach Italien, später nach Saudi-Ara­bien, Taiwan und Moskau führt. Er arbeitet für die titelgebende Undercover-Agentur und kümmert sich um die Draht­zieher von Waf­fen­schmuggel und Terror­an­schlägen. Dazu nutzt er übliche Werk­zeuge wie Schrot­gewehr, Pistole und Granaten; zusätzlich setzt Michael Elektrofallen ein und ein Gerät, mit dem er die Stimme seiner Feinde nachahmt. Dem Spieler bleibt es über­lassen, wie er vorgeht: mit Brachial­ge­walt, heimlich schleichend oder mittels cleverer Kom­bina­tion aller Mittel. Damit ähnelt das Spiel zeitweilig dem Warren-Spec­tor-Titel „Deus Ex“.

Wie in jenem Agentenspiel aus dem Jahre 2000 nutzt der Spieler gewonnene Erfah­rung und verdientes Geld, um seine Aus­rüstung zu verbessern. Nach jeder absolvierten Mission kehrt Michael zurück in seinen Unterschlupf, füllt seine Munitionskanister auf und spricht via Bildtelefon mit seinen Auftraggebern. Es treten kurios Figuren auf, etwa ein russischer Mafioso mit einem Faible für 80er-Jahre-Kul­tur und eine deutsche Söldnerin mit dicken Wummen. Typisch für „Alpha Protocol“ ist die At­mosphäre der Ungewissheit über den Sinn der Operation: Wem kann der Held trauen? Wie wirken sich moralische Ent­schei­dungen auf die Hand­lung aus? Trotz aller Tür­schloss­rätsel und Dialog­szenen mit Ent­schei­dungsdruck spielt die Action die erste Gei­ge, es lassen sich sogar „Chain Shots“ einsetzen: Der Spieler verlangsamt die Zeit, markiert mehrere Gegner und erledigt sie automatisch in Echtzeit. Und er kann in den „Zorn-Modus“ wechseln, um Gegner im Nah­­kampf zu erledigen. Dabei wird deutlich: Die Figuren sehen bei weitem nicht so lebensecht aus wie in „Heavy Rain“. (pk)

Fazit:

Man kann dem Titel nur wünschen, dass er un­ter den großen Namen des Genre nicht un­tergeht. Eine echte Entdeckung.

Handelsinfo
Verkaufsargumente:

• Rollenspiel mit unverbrauchter Kulisse
• Viel Entscheidungsfreiheit
• Erinnert an den Klassiker Deus Ex

Ordertipp: A

Plattform: PC, PS3, Xbox 360

Genre: Rollenspiel

Publisher: Sega

Vertrieb: Sega

USK: 16

EVT: 28.05.2010

UVP: ca. 50-70 €