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Die Zeit läuft abNeukunden gesucht AbstrahleffektFür die Handelspartner ist die Streichung der Multimedia-Abteilungen kein Grund zur Freude. „Wir bedauern die Entscheidung von Karstadt“, sagt EA-Sprecher Martin Lorber gegenüber IGM. „Natürlich muss jeder Händler für sich entscheiden, welches Publikum er mit welchem Sortiment erreichen möchte. Ohne Computer- und Videospiele fehlt aber aus unserer Sicht einer der bedeutendsten Umsatzbringer.“ Lorber verweist auf den positiven Abstrahleffekt, den Games auf das gesamte Geschäft haben: „Computer- und Videospiele bringen Käufer aller Generationen, in der Regel profitieren davon auch die anderen Abteilungen.“ EA jedenfalls werde weiterhin den stationären Handel mit vielfältigen und publikumswirksamen Tools unterstützen.
Ähnlich äußert sich Julius Witz, Ubisofts Sales Director Germany. „Karstadt ist ein langjähriger und geschätzter Partner von Ubisoft. Die Entscheidung, das Sortiment zu straffen und die Multimedia-Abteilungen aufzulösen, bedauern wir daher sehr.“ Sicherlich habe die Konzernleitung ihre Gründe für diesen Schritt, so Witz. „Doch durch die Schließung der Multimedia-Abteilung wird ein Bereich aus den Händen gegeben, mit dem man junge Leute in die Warenhäuser gezogen hat.“ Wird Karstadt also mit seiner „Profilschärfung“ eher Kunden vergraulen, als neue zu gewinnen? Was denken die Verbraucher über den neuen Konzernkurs? Um ein Stimmungsbild zu erhalten, sprach IGM mit Besuchern der Karstadt-Filiale am Hermannplatz. Zunächst treffen wir Alex, einen 24-jährigen Franzosen, der hier schon häufiger Spiele gekauft hat, wie er sagt. Der Wahlberliner ist selbst in der Games-Branche tätig und damit wohl nicht gänzlich neutral, er programmiert für den Free-to-play-Anbieter Aeria Games. Dass Karstadt sich vom Multimedia-Geschäft trennt, kann Alex gut nachvollziehen: „Immer mehr Menschen spielen online und laden sich ihre Games aus dem Netz.“ Ein paar Meter weiter treffen wir Tom (32), der gerade die Blu-ray-Box der TV-Serie Game of Thrones in Händen hält. Tom geht nur noch wegen des Video-Angebots in die Multimedia-Abteilung: „Spiele kaufe ich mittlerweile bei Media Markt oder im Internet“, sagt er. |
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