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Magazin: story

Gestatten, Gamedesigner

Für die Threaks war der Schritt in die Selbständigkeit noch etwas schwerer, weil die heutzutage ausgebauten Vernetzungen vor zwei bis drei Jahren erst im Aufbau befindlich waren. Und so mussten sie mit ihrem Beatbuddy erstmal hausieren gehen, Treffen mit der Branche und auf Messen arrangieren. Keine einfache Aufgabe, merkt man ihnen doch die Liebe zum Spielen, das Nerd-Sein, und den Charme des Frischlings noch ein wenig an. Doch man wächst mit seinen Aufgaben, meint Rogic: „Es macht einen Heidenspaß in einem Moment der Indie-Szene sein Spiel zu zeigen und im nächsten Moment vor dem Vice President von EA Partners zu sitzen. Die Messen waren da echt eine Erfahrung für sich und auch im Anzug fühle ich mich inzwischen wohl.“ Eine glückliche Hand beim Standnachbarn auf der games.com hat dabei sicher auch nicht geschadet. „Bei Fishlabs nebenan haben ständig Leute gewartet und sich dann an unserem Stand die Zeit vertrieben. Dadurch haben wir einige hundert Visitenkarten abgreifen können. Beatbuddy war der Hit auf der Messe, und teilweise kamen die Leute dann an, um einfach die Plüschfigur zu bekommen, die wir als Werbematerial erstellt haben“, erzählt Lang schelmisch. Erfolg scheint die Aktion auf jeden Fall gehabt zu haben, konnte Beatbuddy doch trotz des frühen Entwicklungsstadiums 2011 eine Nominierung zum Deutschen Computerspielepreis in der Kategorie „Bestes Nachwuchskonzept“ ergattern und es in die Top 3 schaffen. Hinzu kommen weitere Nominierungen wie etwa beim Independent Games Festival, auf der Game Developers Conference, bei der Indie Connect in Berlin, ein Preis der Hamburger Kulturbehörde (Music Works 2011) und nicht zuletzt eine Auszeichnung mit dem Intel Level-Up 2012 Award für Best Sound und Best Art. Wer sich von den Qualitäten der Idee überzeugen und bei Neuigkeiten auf dem Laufenden bleiben möchte, der kann dies unter www.threaks.com tun. Ein Blick auf den schnuckeligen Beatbuddy lohnt sich.

Es wird nämlich konkret für die Jungs, denn Beatbuddy ist nun endlich reif für den nächsten großen Schritt. Einen renommierten internationalen Publisher hat man für das Spiel sichern können – näheres wollen die Jungs zwar noch nicht verraten, aber eine Pressemitteilung wird schon bald die Kooperation bekannt machen. Und auch erfolgreiche Gespräche mit Musikverlagen sind schon geführt, CDs mit Musikarchiven übergeben worden. Denn ohne Musik wäre Beatbuddy nicht so erfolgreich, erklärt Rogic: „Es ist ein Segen und ein Fluch. Unser großer Vorteil ist die Musik, die macht das Spiel so interessant. Das Konzept, nicht einfach nur begleitende Musik zu haben, sondern diese im Gameplay interaktiv zu erleben, ist vollkommen neu. Aber die Musik ist auch der große Nachteil. Durch die Technologie-Entwicklung dauert das Spiel-Design sehr viel länger. Ohne diesen Faktor hätten wir schon lange das Spiel fertig gehabt.“

„Die Technologie bietet die Gelegenheit, in Form der Spielerfahrung einen interaktiven Remix der Musik zu erstellen“, ergänzt Bulas und verweist darauf, dass mit dieser Technologie nicht nur Games entwickelt werden können, sondern auch Anwendungen für Event-Technik oder bei Musik-Interfaces möglich sind. Damit diese Ideen entwickelt werden können, aber auch weil Beatbuddy mehr Man-Power benötigt, werden die Threaks in der nächsten Zeit umziehen. Die Suche nach neuen Räumlichkeiten ist abgeschlossen und eine Aufstockung der Personaldecke ist auch schon beschlossene Sache.

„Ausgründungen sind mit einem hohen Risiko verbunden“

Den Rahmen der uni-gebundenen Förderung haben sie schon längst überschritten, ihrem Büro sind sie entwachsen. Es wird also Zeit, sich vollends in die Branche zu begeben und sich beim nächsten Mal mit Stolz auf der games.com vorzustellen: „Gestatten, Gamedesigner!“ <(ls)