Magazin: story
Quo vadis, Spielebranche?Zeiten des Umbruchs bringen Untergangspropheten auf den Plan und schüren Ängste: Geht die Spielebranche, wie wir sie kennen, bald unter? Oder aktuell: Können wir bald keine physischen Spiele mehr kaufen, weil jeder nur noch Download und Streaming bemüht oder per iPad Apps daddelt? Immer mit der Ruhe! IGM verrät, warum das in absehbarer Zeit nicht passieren wird. Bevor wir einen Blick in die Zukunft wagen, wollen wir erst einmal ein bisschen nostalgisch werden: Früher war alles besser. Das ist ja allgemein bekannt. Früher waren Telefone zum Telefonieren da, Videospielkonsolen zum Spielen, der PC das Maximum an Multimediatum und der Fachhandel für Games fest in der Hand derjenigen, die sich mit dem Medium auskannten. Und heute? Heute fühlt man sich bereits dann wie ein Großväterchen, wenn man Ende 30 ist. Damals Und was bedeutet es heute? In einem Interview mit der britischen Traditions-Fachzeitschrift EDGE schildert Chris Early von Ubisoft (seines Zeichens „Vice President of Digital Publishing“) das Konsumverhalten seines 19jährigen Sohnes, dessen Beobachtung Early Senior als eine Art Fallstudie versteht: Glaubt man dem grau melierten Herrn, der vor seiner Beschäftigung bei Ubisoft (seit 2010) Geschäftsführer von Microsofts „Windows Gaming Technology“ war, dann ist Junior ein wahres Multitasking-Wunder. Ein Wunder, das mit seinem Notebook auf der Couch lümmelt, durch die Fernsehprogramme zappt, zwischendurch per iPhone Facebook-Statusmeldungen kommentiert, sich aber auch gerne mal eine Handheld-Konsole oder das iPad schnappt, um zwischendurch etwas anderes zu spielen.
Zivilisationskrankheit MultitaskingKeine Frage: Dieses Beispiel ist ein bisschen extrem, aber derlei Umgang mit dem multimedialen Angebot macht immer häufiger Schule, der Freizeit-Surf per Netbook bzw. Tablet-PC vor dem Fernseher ist längst Standard. Zugegeben: In Wahrheit ist das viel weniger ungewöhnlich als es zunächst den Anschein hat, denn Extrem-Konsum auf mehreren Ebenen gleichzeitig gab es auch damals schon. Das Bild des lärmenden Teenagers, der auf seinem Bett einen Comic durchblättert, während im Hintergrund Fernseher bzw. Stereo-Anlage lärmen und er den Telefonhörer am Ohr hat, ist für die 80er ebenso symptomatisch wie die davor geschilderte Szenerie für die heutige Zeit. Die Geister, die ich rief…Allerdings hat diese Vorgehensweise heute zu einem Problem geführt: Die aktuelle Generation musste nebenbei noch das Kunststück schaffen, nicht nur sich selbst, sondern außerdem eine neue TV-Technologie zu verkaufen. Das wiederum verzögert den Lebenszyklus der Systeme fast schon zwangsläufig: Schließlich soll der ganze Aufwand wenigstens ein BISSCHEN Geld in die Kassen spülen. Nun hat man die Kundschaft aber leider schon früh verzogen, vor allem der harte Kern hungert nach einer neuen Erfahrung. Einer Erfahrung, die allem Anschein nach zu spät kommt, denn auf der E3 sind uns Microsoft bzw. Sony die Ankündigung von Nachfolgern abermals schuldig geblieben. Also bemüht man sich krampfhaft darum, das Kundeninteresse aufrecht zu erhalten, indem man es mit stetig neuen Inkarnationen bekannter Marken bewirft. |
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