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Magazin: editorial

Das passt scho!

1989 wird die innerdeutsche Grenze geöffnet, die Berliner Mauer fällt. Der Privatsender ProSieben nimmt seinen Betrieb auf. In Japan erscheint der Game Boy. In Berlin findet die erste Love Parade statt. In den USA wird die erste Folge der Simpsons ausgestrahlt. Alain Prost wird Formel 1 Weltmeister. Boris Becker und Steffi Graf gewinnen Wimbledon. Marco Reus und Thomas Müller erblicken das Licht der Welt. Salvador Dali verstirbt.

Günther und Rosi Groß gründen in Röhrnbach den Endkundenversand Groß Electronic.

Beiden steht damals ein acht Quadratmeter großes Büro zur Verfügung, von dem aus Kunden mit Computerhardware beglückt werden. Der Lohn der damaligen Arbeit: 100.000 Mark Jahresumsatz.

Das ist ein Vierteljahrhundert her.

Ich kenne Günther Groß seit circa 15 Jahren. Als ich vor acht Jahren IGM gründete, war er einer der ersten, den ich anrief, um ihn von meinem Vorhaben zu überzeugen. Überzeugungsarbeit indes war nicht vonnöten. „Jo mei, das passt scho!“, war seine Reaktion. Und damit meinte er nicht geistigen Beistand, sondern finanzielle Unterstützung. Seitdem ist Groß Electronic in jeder IGM-Ausgabe werblich vertreten. Ohne Wenn und Aber.

Anders ausgedrückt: Ohne Groß Electronic wäre IGM eine fixe Idee geblieben. Das werde ich nie vergessen.

Warum Günther damals ohne mit der Wimper zu zucken mit uns ins kalte Wasser gesprungen ist, weiß ich allerdings bis heute nicht. Er hatte noch keine einzige IGM-Ausgabe zu Gesicht bekommen, er wusste allein von der Idee. Aber ich erinnere mich noch, wie ich zu meiner Frau gerannt bin: Groß Electronic ist dabei! Ein ganzes Jahr lang! Das gab mir Kraft und Mut. Viel zu oft hatte ich mir von anderen Unternehmen bereits anhören müssen, dass man die Entwicklung des Heftes beobachten werde und zu gegebener Zeit noch einmal sprechen könne. „Wenn Sie in einem Jahr noch am Markt sind, dann können Sie mich gerne noch einmal anrufen, Herr Hopp“.

Sie werden diese Art von Menschen kennen …

Die Geschichte der IGM ist somit eng mit dem Großhandel verbunden. Neben Groß Electronic waren und sind es die Unternehmen Vitrex, Playcom und flashpoint, die das kalte Nass nicht scheuten. Ich habe den Eindruck, dass hier Leute vom gleichen Schlag das Steuer in der Hand halten.

Funktionierende Geschäftsbeziehungen sind aber nur das eine.

Die Gleichung blutleere Berichterstattung = anonyme Geldtransfers geht nicht auf.

Wer sich nicht für den anderen interessiert, für seine Sorgen und Nöte, wer sich nicht mit Respekt begegnet, mit Vertrauen und Neugierde, dem wird auch oberflächliches Geplapper nicht dabei helfen, wahre Partnerschaften – beruflich wie privat – aufzubauen.

Günther Groß ist jemand, der sagt, was er denkt. Geradeheraus. Günther hat keine zwei Gesichter. Er nimmt sich Zeit für einen, wenn er Zeit hat. Wenn er keine Zeit hat, nicht. Man weiß, woran man bei ihm ist. Mit Günther kann man lachen und streiten. Man kann von ihm lernen.

Seit vielen Jahren schreibt Günther mir am Neujahrstag eine Nachricht und wünscht meiner Familie und mir alles Gute für die Zukunft. Egal, wo er sich gerade aufhält, in Röhrnbach oder Dubai: Am 1.1. schreibt er mir. Eine verlässliche Konstante, über die mich jedes Mal enorm freue.

IGM hat das 25-jährige Firmenjubiläum von Groß Electronic zum Anlass genommen, Mitstreiter und Wegbegleiter gratulieren zu lassen. Besonders bemerkenswert finde ich dabei die Äußerungen der direkten Großhandelskonkurrenz: Von Respekt und Anerkennung ist da die Rede, von Fairness und guter Zusammenarbeit.

In der heutigen Ellenbogengesellschaft gewiss nicht selbstverständlich.

„Es gibt wenige Firmen, deren Firmengeschichte gleichzeitig die Branchengeschichte ist“, sagt der ehemalige Game it!-Vorstand Nico Fäustle.

Diesen Satz möge auch die Industrie verinnerlichen. Verlässlichkeit und Konstanz sind ein höheres Gut als reine Umsatzgröße.

Günther, bleib wie Du bist.

Das passt scho!