Anzeige

Anzeige

Magazin: interview

„Wir sind nicht nur Feinkostladen oder Discounter“

Herr Berben, Sie sind Produzent, Regisseur und Geschäftsführer der Constantin Film Produktion GmbH in Personalunion. Das klingt nach einem ausgeklügelten Zeitmanagement, um allen Bereichen adäquat gerecht werden zu können...?

Oliver Berben: Zeitmanagement ist eine sehr persönliche Komponente, die man selbst im Griff haben muss. Ich bin sehr dankbar, dass ich im Bereich Film und Fernsehen auf derart vielfältige Weise tätig sein kann, allerdings primär als Geschäftsführer der Constantin Film Produktion GmbH sowie als Produzent, da meine Arbeit als Regisseur in den letzten Jahren eher in den Hintergrund gerückt ist. Eine Trennungslinie kann ich innerhalb meiner Arbeit nicht ziehen, vielmehr sehe ich die Segmente Geschäftsführung und Produktion als Symbiose an, die vom kreativen Entstehungsprozess bis hin zu Marketing und Vertrieb alles in sich vereint, was für einen Film vonnöten ist.

Wie ist Ihre Entertainment-Affinität im privaten Bereich geartet? Kann (und will) man sich in seiner Freizeit noch mit Medien beschäftigen, wenn diese bereits den Tagesablauf bestimmen?

Berben: Ich beschäftige mich auch in meiner Freizeit mit Medien aller Art. Ich schaue sehr gerne amerikanisches und internationales Programm, ich bin viel im Internet unterwegs, und ich beschäftige mich auch mit Games, zumal wir es bei Kinofilmen oftmals mit Videospielverfilmungen zu tun haben. Computer- und Videospiele sind da hervorragend geeignet, um die Fantasie anzuregen.

Sie dürften Ihre Medien-Affinität nach getaner Arbeit auch nicht beim Pförtner abgeben, Herr Barbian. Welche Rolle spielt die mediale Welt in Ihrer Freizeit?

Ulrich Barbian: Natürlich spielen Medien auch in meiner Freizeit eine große Rolle. Und das nicht nur, weil es für den Job den notwendigen Weitblick bringt, sondern einfach aus Spaß. Es gibt für mich neben einem erfolgreichen Spiel des 1. FC Köln keine bessere Unterhaltung, als einen spannenden Film zu schauen. Zum Glück gibt es viele gute Filme.

„Computer- und Videospiele sind hervorragend geeignet, um die Fantasie anzuregen“

Wie ist Ihr Verhältnis speziell zur Marke PlayStation geartet, Herr Berben? Laut Sony hat man Sie ja am PS3-Launchabend dabei erwischt, wie Sie sich eine PS3 gekauft haben...?

Berben: Ja, ich bin stolzer Besitzer der allerersten PlayStation 3, die hierzulande auf den Markt kam. PlayStation ist meines Erachtens Vorreiter in sehr vielen Bereichen, das fängt mit der Art der Spiele an, reicht über Vernetzungsmöglichkeiten und Media-Entertainment bis hin zur Etablierung von Standards wie etwa der Blu-ray. Keine andere Konsole bietet einen derart vielfältigen Facettenreichtum wie die Konsolen von Sony Computer Entertainment.

Das dürfte runtergehen wie Öl, Herr Barbian...?

Barbian: Herrn Berbens Antwort freut mich sehr und ich kann ihm nur Recht geben. Keine andere Konsole als die PlayStation 3 ermöglicht ein solch breit gefächertes Spieleangebot und hat den Weg als Mediencenter in die Wohnzimmer gefunden.

Hat sich die Marke PlayStation denn auch kontinuierlich weiterentwickelt?

Barbian: Wie alles Veränderungen unterliegt, hat sich auch die Marke PlayStation im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Die spannende Frage in der heutigen Zeit ist, was ein Markenbild überhaupt beeinflusst? Vor 10 Jahren reichte noch ein Engagement im Skateboard- und Hiphop-Bereich mit brennenden Mülltonnen bei Events mit einigen Sprayern vor Ort, und man war mitten im Jugendmarketing angekommen. Heute ist das Bild komplexer und die Interessen der Jugendlichen fragmentierter. Und durch Social Media haben unsere Marken-Aktivitäten eine neue Facette erhalten, da alles viel transparenter und mit direktem Feedback versehen ist. Zudem habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich ein Markenbild heutzutage viel stärker aus der „Qualität“ der Produkte und der Services generiert als aus reinem „Image“. Die Emotion weicht mehr der Kognition bei den Verbrauchern.

Berben: Für mich ist das eher schwer zu beurteilen. Innerhalb der verschiedenen Konsolengenerationen gab es natürlich vor allem eine technische Entwicklung. Die PlayStation 3 ist – wenn man rein die Hardware-Spezifikationen betrachtet – aber limitiert und stößt irgendwann an ihre Grenzen. Das ist aber ein ganz natürlicher Prozess.

Das heißt, Sie warten auf die PlayStation 4?

Berben: Ja, ich warte definitiv auf sie. Ich war zwar nicht richtig enttäuscht, als auf der E3 besagte Ankündigung ausblieb, da ich sehr gerne auf der PS3 spiele und das auch künftig machen werde, aber ich freue mich wirklich auf die neue Konsole.

Sie, Herr Barbian, werden nicht müde, die Features der PlayStation im Hier und Jetzt in den Vordergrund zu rücken. Können Sie die Sehnsucht von Herrn Berben nach einer neuen Konsolengeneration denn dennoch verstehen?

Barbian: Nein, eigentlich nicht. Was sollte eine neue PlayStation Generation können, was heute nicht ohnehin schon möglich ist Die Entwickler liefern immer noch weitere Qualitätssteigerungen bei den Spielen. Die E3 hat und die gamescom wird zeigen, dass das Potential von PlayStation 3 noch nicht von den Entwicklern ausgereizt ist. Auf der Plattform werden sowohl noch bessere Grafiken, noch faszinierendere KIs als auch innovative Eingabemedien für neuartige Spieleideen umgesetzt. Hier muss das Stichwort „Wonderbook“ erwähnt werden. Herr Berben, was würde die Filmindustrie sagen, wenn jetzt schon Blu-ray-Player tot geredet würden und auf die nächste Generation von Filmträgermedien gewartet würde?

Oliver Berben: Zunächst einmal hat die Filmindustrie immer mit einer Vielzahl von physischen und nicht-physischen Trägern zu tun. Es wird vom Kunden bestimmt, welches Medium er am liebsten konsumiert. Aber natürlich weiß Herr Barbian über die technischen Möglichkeiten der PS3 weitaus besser Bescheid als ich. Ich liebe einfach nur Technik. Und da hat man eben gerne auch mal eine neuere Version. Das ist beim Handy und TV auch nicht anders.

Welche Genres spielen Sie, Herr Berben?

Berben: Action- und Geschicklichkeitsspiele liegen mir am meisten. Ab und an spiele ich auch mal einen Shooter wie Battlefield. Und natürlich Sportspiele, gerade im Multiplayer-Modus. Sie sehen: Mich kann man mit vielen Genres begeistern! Nur mit Autorennen kann man mich jagen...

„Heute sind die Interessen der Jugendlichen fragmentierter“

Ihnen dürften Titel wie Gran Turismo weitaus mehr am Herzen liegen, Herr Barbian...?

Barbian: Gran Turismo ist für uns mehr als ein „Autorennspiel“. GT hat wesentlichen Anteil an den Erfolgen der einzelnen PlayStation Konsolengenerationen, da jedes im Laufe der Jahre herausgebrachte GT Spiel das Potential der jeweiligen Konsole aufgezeigt hat. Kaum ein anderes Spiel wird so stark mit PlayStation assoziiert.