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Magazin: story

Das war 2012

Niederschmetternde Aktien-Crashs, Insolvenzen, das erste Abblättern des Free2Play-Lacks und altgediente Helden, die sich in einen luxuriösen Vorruhestand verabschieden. Dazu zwei neue Konsolen, eine Naturkatastrophe und ein neuer alter Präsident: Dieses Jahr hatte einfach alles. IGM fasst zusammen.

„Am 30. Mai ist der Weltuntergang – wir leben nicht mehr lang“, tönt 1954 eine Klamotte vom „Golgowsky-Quartett“ aus deutschenGeorge Lucas tauscht die Sternenkrieger gegen vier Milliarden Dollar Luxus-Rente George Lucas tauscht die Sternenkrieger gegen vier Milliarden Dollar Luxus-Rente Plattenspielern. Indem die Volksmusiker auf diese Weise eine Zeitungsente über den bevorstehenden Weltuntergang hochnehmen, landen sie einen Hit. Man merke: Die Apokalypse war schon damals ein Thema.

58 Jahre später ist es erneut so weit: Laut Maya-Kalender soll der blaue Planet am 21. Dezember wieder mal mit Mann und Maus untergehen. Und für den Fall, dass nix draus wird, hat die NASA schon den nächsten Termin parat: Mai 2013 verspuckt unser Zentralgestirn angeblich so viel Plasma, dass auf der Erde alle Lichter ausgehen.

Und welche Schlüsse ziehen Gamer bzw. Games-Branchen-Angehörige daraus? Zum einen den, dass man noch ungefähr ein halbes Jahr Zeit hat, um all die weihnachtlichen bzw. vorweihnachtlichen Blockbuster durchzuspielen, die Hardware-Hersteller und vor allem Drittanbieter dieses Jahr fleißig in den Markt geschubst haben: „Black Ops 2“, „Assassin‘s Creed 3“, „Halo 4“, „Torchlight 2“, „LEGO Herr der Ringe“, „FarCry 3“, „Borderlands 2“, „XCom: Enemy Unknown“, „Mass Effect 3“, „Max Payne 3“, „Diablo 3“, „Lollipop Chainsaw“, „Dragon‘s Dogma“, „Darkness 2“, „Deponia“, „Deponia 2“ – es gab viele Spiele mit fast ebenso vielen Nummern dahinter.

„An der Börse manifestieren sich unsere Ängste als wirtschaftliche Realität“

Die Legende vom großen Knall verrät uns aber auch, dass wir alle von ständigen Verlustängsten getrieben werden: Chaos, Katastrophen-Kalauer und großes Gezeter sind uns in die Gene programmiert – und sobald sie die Instanz „Börse“ erreichen, manifestieren sich unseren Ängste als harte, wirtschaftliche Realität.

Q1: Von THQ bis VitaVon dieser harten, wirtschaftlichen Realität konnte dieses Jahr  2012 begrüßt Köln wieder 275.000 Spiele-Begeisterte Nicht spannend, aber stabil: 2012 begrüßt Köln wieder 275.000 Spiele-Begeisterte besonders THQ ein Lied singen: Als im Februar bekannt wird, dass der vor allem durch seine Lizenzspiele bekannte Publisher durch Miss-Management und das gefloppte Zeichen-Tablet „uDraw“ in finanzielle Schieflage (92,4 Mio. Dollar schief) geraten ist, schmiert auch der Börsenkurs ab. Resultat: Die NASDAQ-Aufsicht droht THQ mit Ausschluss, wenn es dem Publisher nicht gelingt, seinen Kurs auf über einen Dollar zu hieven. Der Konzern, der nach jüngsten Schätzungen zeitweise nur noch ca. zehn Mio. Dollar wert war, schließt die Sparte für Kinder-Software, entlässt 240 Mitarbeiter, macht Niederlassungen dicht, legt andere zusammen, verlagert sein Publishing-Programm ganz auf AAA-Titel und tauscht gleich mehrere Mitglieder der Chefetage aus. Darunter auch „Vice President of Core Games“ Danny Bilson, der seinen Stuhl für Naughty-Dog-Mitgründer Jason Rubin räumen muss.

Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Nach der Veröffentlichung von „Darksiders 2“ und dem erfolgreichen Charity-Paket „Humble Bundle“ geht der Verlust auf 21. Mio. Dollar zurück, der Börsenkurs pendelt sich auf ca. 1,30 Dollar pro Papier ein. Immerhin. Trotzdem: Teure Exklusiv-Experimente für neue Systeme wie Sonys Vita darf man von THQ wohl erstmal nicht erwarten.