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Magazin: story

Die Schweizer Games-Branche

Ziele verfehltMedia-Saturn ist in der Schweiz mit 21 Media Märkten und sechs Saturn-Filialen vertreten. Die Bedeutung für den Games-Handel ist ähnlich groß wie in Deutschland: Allein im Raum Zürich/Winterthur gibt es vier Media Märkte, die starken Preisdruck auf den Games-Fachhandel ausüben. Allerdings läuft es für Media-Saturn in der Schweiz keineswegs rund: Der Konzern kämpft hier mit massiven Umsatzeinbußen und hat seine Expansionspläne vorerst auf Eis gelegt. 2011 ging der Umsatz um 13,5 Prozent auf 914 Mio. Schweizer Franken zurück, der Gewinn verringerte sich um 11,5 Prozent auf 28,2 Mio. CHF. Der Konzern versucht deshalb, Personal einzusparen und die Lagerkosten zu senken. Vom früheren Ziel, die Anzahl der Filialen auf 45 zu steigern, ist Media-Saturn Schweiz derzeit meilenweit entfernt.

Wettbewerb der ElektronikmärkteDas schweizerische Unternehmen Migros partizipiert gleich mehrfach am Spielemarkt. Die Tochtergesellschaft Ex-Libris verfügt über ein flächendeckendes Filialnetz mit 113 Shops sowie über einen Online-Shop mit einem multimedialen Vollsortiment von mehr als sechs Millionen Artikeln. Zu den erklärten Schwerpunkten des Angebots zählen Games: Schaut man sich auf der Homepage um, so fallen die prominent platzierten Spiele-Angebote sofort ins Auge. Auch über die Fachmarktkette melectronics ist der Multi Migros am Games-Handel beteiligt: Sie führt unter anderem Zubehör von Sony, Nintendo, Bigben, Speedlink und Logitech. Ein Konkurrent von melectronics ist die Fachgeschäftskette Dipl. Ing. Fust AG, die landesweit 157 Filialen mit 2000 Mitarbeitern betreibt – auch sie hat Games im Angebot. Größter Elektronicdiscounter der Schweiz ist Interdiscount mit rund 200 Verkaufsstellen: Die zur Coop-Genossenschaft gehörende Kette wirbt in ihrem aktuellen Prospekt unter anderem für den Nintendo 3DS XL und für ein preisreduziertes PS3-Bundle. Die in Frankreich beheimatete Handelskette Fnac schließlich hat ihre Expansion bereits 2009 gestoppt: Damals musste die neu eröffnete Basler Filiale wieder schließen, worauf auch die Filialen in Zürich, Bern, Luzern und St. Gallen nicht realisiert wurden.

„Preisanpassungen zugunsten der Schweizer Konsumenten“

Schaut man sich die SIEA-Mitgliederliste an, dann tauchen dort einige prominente Namen auf. Die Firmen Sony und Microsoft besitzen eigene Vertriebsniederlassungen in der Schweiz, ebenso Ubisoft (Ubi Games SA), Warner und Koch Media. Daneben gibt es eine Reihe größerer Distributoren, die teilweise exklusiv für bestimmte Publisher tätig sind. Die Waldmeier AG mit Sitz in Neuendorf beispielsweise vertreibt in der Sparte Games ausschließlich Nintendo-Produkte, daneben aber auch herkömmliches Spielzeug von Carrera bis Zapf. Die Gametime AG (Zürich) ist Vertriebspartner von Take 2 Interactive, dtp entertainment, Bethesda Softworks und JoWooD. Die Thali AG (Hitzkirch) wiederum listet auf ihrer Homepage eine ganze Reihe namhafter Kunden auf, die von Activision Blizzard über Rondomedia bis Zuxxez reichen. Die ABC Software GmbH (Buchs) schließlich ist mit am längsten im Distributionsgeschäft: 1991 gegründet, wurde sie 1998 von Electronic Arts übernommen, vertreibt aber auch andere Anbieter per Rackjobbing. Landesweit 21 Filialen Media Markt in Geroldswil: Landesweit 21 Filialen

Image-VerbesserungFür Händler, Publisher und Distributeure ist die SIEA gleichermaßen Sprachrohr. Sie versucht aber auch – ähnlich wie der BIU in Deutschland – das öffentliche Image der Games zu verbessern. Stimmung gegen die Spielebranche wird auch in der Schweiz immer wieder gemacht – zum Beispiel von der Vereinigung gegen mediale Gewalt, die für ein pauschales Verbot von „Killerspielen“ eintritt. Um die emotionale Diskussion zu versachlichen, veranstaltete die SIEA am 27. Oktober 2011 zusammen mit mehreren Fachhochschulen in Fribourg den „ersten nationalen Tag für Medienkompetenz“: In Foren und Workshops konnten sich die Besucher direkt über das Thema informieren, begleitet wurde der Aktionstag von der Aufschaltung des Webportals jugendundmedien.ch. Doch auch an anderer Stelle wird für die Akzeptanz von Games geworben: Seit Herbst 2010 beleuchtet das Programm GameCulture der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia Computerspiele als gesellschaftliches und kulturelles Phänomen.

Die Arbeit von GameCulture und den Produktionsstandort Schweiz stellt IGM in der kommenden Ausgabe vor. <(feh)