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Magazin: story

Handhelds: Totgesagt und quicklebendig

Sony ist mit der bisherigen Vita-Performance mehr als zufrieden und auch Nintendo hat seit der 3DS-Preissenkung und Aufstockung des portablen Spiele-Katalogs Grund zur Freude: Aller Totsagungen zum Trotz ist der klassische Mobil-Zock nach wie vor quicklebendig. Aber wie kommt‘s? Wurden die Märkte für Smartphones und Tablet-PCs ungerechtfertigt mit dem für mobile Gaming-Wunder verglichen?

In der guten, alten Zeit galten mobile Daddel-Gerätschaften wie Game Boy, Game Gear und Atari Lynx schon allein deshalb als Zwerge, weil man sie in der Jackentasche oder zumindest im Rucksack verstauen konnte und sie ihr eigenes Display mitbrachten. Diese erste Konsolengeneration für das Spielen unterwegs befreite das Hobby endlich vom Flimmerkasten und etablierte sich rasant als feste Größe: Vor allem Nintendos Game Boy bewies, dass portable Konsolen ihre großen, stationären Brüder nicht nur flankieren, sondern sogar ersetzen können. Die Mobiltelefone indes hätten von dieser Sorte Spielerfahrung nicht weiter entfernt sein können: Obwohl bereits in den 30ern mit Mobilfunktelefonie experimentiert wurde, ging der erste mobile Apparat, der diesen Namen tatsächlich verdiente und ohne Koffer-artigen Zusatzkasten auskam, erst 1992 in Serie. Doch danach erfolgte die Entwicklung rasant…

Völlig verschieden oder doch ganz gleich?Wie das Smartphone die logische Weiterentwicklung des Telefonie-'Knochens' von 1992 darstellt, sind 3DS und Vita die aktuelle Evolutionsstufe des Handhelds: Obwohl beide Geräte selbst nach exzessivem Zock-Marathon erstaunlich 'cool' bleiben, beinhalten sie modernste Grafik- und Prozessoren-Technologie, zünden auf kleinstem Raum ein Effekt- und 3D-Feuerwerk ab, das der Performance aktueller HD-Hardware fast schon beängstigend nahe kommt. Beide Gerätschaften sind – zumindest auf den ersten Blick – von A bis Z auf ungehemmtes Zockvergnügen getrimmt, wollen ausschließlich Spielwütige ansprechen und geben sich auf diesem Sektor auch keine Blöße.

„Grundlegend verschieden: Handys und Pocket-Konsolen Anfang der 90er“

Für iPhone, iPad & Co. indes ist der primäre Einsatz- und Daseinszweck dieser Daddelismen kaum mehr als ein Zusatznutzen. Dass eine solch multiple Persönlichkeit jedoch nicht zwangsläufig ein Problem sein muss, das hat bereits der gute alte PC bewiesen: Obwohl der zunächst als Rechenknecht und maschineller Bürohengst konzipiert wurde, hinderte ihn das nicht daran, später zum Spiele-Hengst zu avancieren. Wie er werden auch iPhone, Smartphone und ihre nahen Anverwandten, die Tablet-PCs, fast jährlich stärker, schneller und damit auch auf dem Spiele-Sektor potenter. Inzwischen sind die Handheld-Konsolen dazu 'verdammt', fünf oder mehr Jahre auszuharren, bis sie endlich mit Nachfolgern bedacht werden. Sollten wir bis dahin bereits ein iPad 8 haben, könnten Vita und 3DS längst abgehängt sein.