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Magazin: story

Instore-Magazine im Vergleich

Instore-Magazine sind bunt, bilderreich, kostenlos und werben mit einer hohen Auflage. Prominent platziert, liegen die Gratiszeitschriften im Einzelhandel, in Kinos, Videotheken, Fastfood-Ketten und Kneipen aus. IGM hat sich mit den Magazin-Machern über Zielgruppen, Gestaltung und Glaubwürdigkeit unterhalten.

Samstags, irgendwo in Deutschland: Menschen schlendern durch die Fußgängerzone, kaufen hier, schauen da und gehen vielleicht zwischendurch noch einen Burger essen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Wochenend-Shopper mit einem Instore-Magazin in Berührung kommen, ist nicht gering: Die Zeitschriften finden sich meist stapelweise in den Multimedia-Abteilungen von Elektronikmärkten, in Spieleläden und an den Kassen von Fastfood-Restaurants. Fester inhaltlicher Bestandteil dieser Magazine sind Games: Kurze Infotexte oder auch längere Rezensionen weisen auf aktuelle und bevorstehende Titel hin. Vielleicht verspürt der Leser einen unmittelbaren Kaufimpuls – und packt sich das entsprechende Game in die Einkaufstasche.

Unter dem Begriff „Instore-Magazin“ lassen sich ganz unterschiedliche Publikationen subsumieren. Da wären erstens Hefte, die exklusiv für einen Anbieter produziert werden, zum Beispiel piranha (Saturn) oder mbeat (Müller). Zweitens gibt es Magazine, die bei unterschiedlichen Händlern am PoS platziert werden, zum Beispiel GameShop oder Zocker Heaven. Eine dritte Kategorie sind die Gratis-Zeitschriften in Schnellrestaurants wie McDonald's (Kino News) und Burger King (KING). Viertens liegen einige Magazine in Kinos aus, etwa das GameStop-Heft gamersmag, das man auch in Kinos der Ketten UCI, Cineplex und Cinedom finden kann. Fünftens gibt es Games-Händler, die verschiedene Magazine anbieten: Bei McMedia etwa liegen sowohl Zocker Heaven als auch GameShop aus.

Erhebliche UnterschiedeBei Inhalt, Gestaltung, Auflage, Seitenumfang und Erscheinungsfrequenz unterscheiden sich die Instore-  „Leicht verständlich und angenehm lesbar“ Volker Seehof, Kino News: „Leicht verständlich und angenehm lesbar“ Magazine teils erheblich voneinander. Die Zeitschriften der Flächenmärkte richten sich an Film-, Musik- und Spielefans gleichermaßen – dies gilt auch für die „Fastfood-Begleithefte“. Nehmen wir als Beispiel das Saturn-Magazin piranha: Die April-Ausgabe ist mehr als 100 Seiten stark, allerdings beschäftigen sich nur dreieinhalb Seiten mit Games. Produziert wird das Heft vom Münchner Verlag piranha media, der ebenfalls das KING-Magazin herausgibt – die Games-Inhalte beider Hefte sind denn auch weitgehend identisch. Im Kontrast zu diesen thematisch breitgefächerten Magazinen stehen die Hefte mit klarem Games-Schwerpunkt, die andere Themen nur am Rande behandeln – etwa in einer Kurzrubrik „Neue DVDs“. Instore-Magazine haben in der Regel wenig mit dem kritischen Journalismus gemein, den man aus Spielezeitschriften wie GameStar (oder Portalen wie 4players.de) kennt. Die Texte wirken oft weichgespült und lassen die negativen Aspekte eines Spiels beiseite, um konsumfreudige Leser nicht vor den Kopf zu stoßen. „Aufgeklärte“ Gamer werden diesen Magazinen herzlich wenig abgewinnen können, lieber recherchieren sie im Netz und tauschen sich in Diskussionsforen über bevorstehende Releases aus. Die Instore-Magazine zielen folglich eher auf dünn informierte Konsumenten und Impulskäufer ab – doch auch die gilt es zu überzeugen. „Welche Wirkungen Instore-Magazine auf Kunden haben, hängt ganz wesentlich davon ab, wie sie gestaltet sind“, sagt Claas Christian Germelmann, Professor für Marketing an der Universität Bayreuth. „Wenn es gelingt, das Magazin so zu gestalten, dass der Konsument inspiriert wird, seine Interessen angesprochen findet und sogar auf Themen stößt, über die er mit anderen Konsumenten sprechen kann, dann sind gleich mehrere Wirkungen möglich: Eine positive Einstellung gegenüber dem Magazin und dem Händler, verstärkte Kundenbindung und positive Mund-zu-Mund-Propaganda.“ Was ist aus Sicht der Magazin-Macher nun ein gelungener Text? Das wollten wir von Volker Seehof wissen, der bei der T+M Verlags GmbH die Projektentwicklung leitet. Das Hamburger Unternehmen produziert für McDonald's die monatliche erscheinende Kino News, die mit einer Auflage von rund 840.000 Exemplaren zu den größten Gratis-Zeitschriften zählt. „Auf Grund der Lesesituation im McDonald’s-Restaurant – wobei viele Leser das Heft auch mitnehmen – ist es wichtig, leicht verständliche und angenehm lesbare Texte zu erstellen“, sagt Seehof. „Ein wesentliches Augenmerk liegt bei der Textgestaltung auf dem Handlungsverlauf der Spiele. Dies rührt von der redaktionellen Darstellung im Filmbereich her, da auch dort die Story natürlich einen wesentlichen Bestandteil der Texte ausmacht.  Selbstverständlich werden aber auch die technischen Features vorgestellt.“ Um dem Leser Orientierung zu geben, werde im Text auf Vorgängerspiele oder ähnliche Titel hingewiesen, so Seehof. Auch Querverweise zum Medium Film baue man gezielt ein.