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Magazin: story

Irrfahrt Free2Play?

Sind Free2Play-Games von der Überholspur auf dem Randstreifen gelandet? Aktuell haben mit Bigpoint, Zynga und Travian gleich drei einstige Vorzeige-Exemplare des gefeierten Markt-Modells mit Problemen zu kämpfen. Einzelfälle oder erste Indizien dafür, dass er ab ist – der Free2Play-Lack? IGM über Erfolgs- und Auslaufmodelle beim Zock für lau.

Es ist noch gar nicht lange her, da haben Free2Play-Anbieter vollmundig getönt, dass ihr Geschäftsmodell das einzig überlebensfähige und massenmarkttaugliche wäre. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für den „Umsonst-Zock“ war groß, die Brieftaschen der Investoren saßen locker und klassische Games-Profis emigrierten scharenweise ins Free2Play-Lager, während sie gleichzeitig das drohende Ende des klassischen Retail-Modells heraufbeschwörten. Nur wenige Jahre später sieht die Situation nicht mehr ganz rosig aus: Die Kunden-Akquise für den kostenlosen Zock ist ins Stocken geraten, der Zukauf von Spielern zwei- bis dreimal so teuer wie einst und immer mehr einstige Muster-Exemplare des großen „Gratis-Booms“ melden erste ernsthafte Schwierigkeiten an, ohne dass auf den ersten Blick ersichtlich wäre, warum.

„Eine mehrspurige Autobahn: Retail, Free2Play, Social-Games und Mobile“

VollgasWir haben uns für das „Warum“ interessiert: Ein Rundumschlag durch die F2P-Landschaft sollte ein möglichst plastisches Bild der vermeintlichen Krise zeichnen, Firmenchefs saßen ebenso im IGM-F2P-Talk wie Pressesprecher und Urgesteine des Branchenzweigs.

Immerhin ist unser letzter Artikel zum Thema bei den meisten Free2Play‘lern auf wenig Gegenliebe gestoßen und hatte auch prompt eine empörte Stellungnahme von flaregames-PR-Frontmann Gunnar Lott zufolge. Entsprechend befragen wir den einstigen IDG-Mann als ersten. Der beschreibt den Markt daraufhin auf süffisante Weise als mehrspurige Autobahn: Auf der Spur rechts außen ordnet er das klassische physische Verkaufs-Modell ein. Hier komme man zwar stetig, aber vergleichsweise langsam ins Ziel: Als die Straße noch einspurig war, habe dieses Modell für alle hervorragend funktioniert. Doch auf einmal wurde weiter links die erste Überholspur aufgemacht: Free2Play zischte mit Volldampf an der Retail-Spur vorbei. Doch während die Fahrer von Spur 2 denen auf Spur 1 noch eine lange Nase drehten, übersahen sie, dass weiter links ebenfalls angebaut wurde: Auf die F2P-Fahrrinne folgte schließlich die mit „Facebook & Co. und daraufhin die für „Mobile Games“.

„Viele Spiele im gleichen Genre führen zu einer Kostenexplosion“

Das Dilemma jeder Überholspur sieht Lott darin, dass die Fahrer nur nach rechts schauen und deshalb nicht registrieren, wie weiter links bereits jemand an ihnen vorbeizieht.

Lotts Arbeitgeber flaregames indes fährt – eigenem Bekunden nach – seit der Gründung sicher und stabil ganz links außen: auf der Spur für Mobile Games. Durch Titel wie das knuffige Strategie-Aufgebot „Royal Revolt!“ (aktuell der Top-Seller der jungen Firma) oder den possierlichen Puzzler „Bravesmart“ setzt man auf den F2P-Markt der Zukunft, davon sind Lott und seine Kollegen überzeugt.