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Magazin: story

Kampf der Karten

Geschenkgutscheine und Guthabenkarten sind schwer angesagt – auch bei Games. Was aber noch lange nicht heißen muss, dass sich der Kartenzirkus für Fachhändler lohnt. IGM hat nachgefragt.

Sie sind bunt, aus Plastik und hängen gut sichtbar im Kassenbereich: Guthabenkarten sind im stationären Einzelhandel mittlerweile ein gewohntes Bild. Von Karstadt bis Rewe, von Kaufhof bis Media Markt: Keine der großen Handelsketten lässt es sich nehmen, im fröhlichen Kartenreigen mitzumischen. Die Palette der Plastikstreifen ist breit und reicht von Kundenkarten über Geschenkgutscheine bis hin zu einmalig nutzbaren Codes. Auch vor Games macht der Trend nicht halt: Längst gibt es neben den gängigen Guthabenkarten der Konsolenbetreiber massenweise Karten für App-Stores und Abos. Sollten Fachhändler diese Entwicklung also umarmen und in ihren Läden fröhliche Gutschein-Sträuße anbieten? Lohnt sich das Geschäft mit den Karten und Codes überhaupt? Ist es vielleicht sogar schädlich, weil man die Kunden zu Downloadern erzieht? IGM hat sich bei Fachhändlern umgehört und auch Kartenanbieter selbst zu ihrer Meinung befragt.

Besonders viel Initiative bei dem Thema zeigt die Firma GameStop. „Gutscheinkarten sind aus dem Einzelhandel nicht mehr wegzudenken, das gilt natürlich auch schon seit vielen Jahren für uns als Games-Fachhandelskette“, sagt Michael Gallus, Marketing and Merchandise Director DACH. „Ein eigenes Gutscheinkarten-System hat GameStop 2007 eingeführt.“ Seitdem habe sich das Thema erheblich weiterentwickelt, berichtet Gallus: „Inzwischen finden Kunden bei uns neben der GameStop-Gutscheinkarte viele andere Guthabenkarten wie zum Beispiel iTunes, Nexon, den Nintendo eShop, Steam und seit neuestem auch für Facebook. Des Weiteren finden sie bei uns natürlich auch Microsoft Points und Abos sowie PSN Cards. Zusätzlich haben GameStop-Kunden die Möglichkeit, in unseren Läden Download-Content zu erwerben.“

Karten am EingangWie wichtig die Handelskette das Thema einstuft, zeigt schon ein Blick in die Filialen – dort gibt es eigene Präsentationsflächen, auf denen die Kärtchen schön ordentlich aufgereiht sind. Im GameStop Berlin-Neukölln, wo sich IGM umschaute, ist die Präsentationsfläche direkt gegenüber dem Eingang positioniert – so wird kaum jemand die Filiale betreten, ohne die Karten wenigstens aus dem Augenwinkel gesehen zu haben. Für Michael Gallus liegen die Vorteile der unterschiedlichen Formate auf der Hand: „Die klassische Gutscheinkarte ist primär darauf ausgelegt, verschenkt zu werden oder mit Guthaben aufgeladen zu werden, das durch die Inzahlungnahme von gebrauchten Spielen und Konsolen erworben wurde. Unsere DLC- und POSA-Karten bieten einen sicheren Zahlungsweg für Online- oder Ingame-Einkäufe. Zusätzliche Vorteile gibt es mit unseren GameStop+ Karten, die nicht nur Gutscheinkarten im klassischen Sinne, sondern vollwertige Kundenkarten und Teil unseres Treueprogramms GameStop+ sind.“ Speziell bei den Ingame- und Abo-Karten ist die Auswahl groß: Bei der IGM-Stichprobe im GameStop Neukölln fanden wir unter anderem Mitgliedskarten für den Club Penguin (Disney), Shop Cards für Runes of Magic (Gameforge), Gametime Cards für Runescape (Jagex), Prepaid-Karten für den 3D-Chat IMVU, Monatskarten für FreeRealms (Sony) sowie Ingame-Währung für Ubisofts Browserspiel Die Siedler Online.

Die Kaufmotive hängen laut Gallus von verschiedenen Faktoren ab: „Klar werden klassische Gutscheinkarten gerne verschenkt. Das gilt analog für iTunes-Karten, die aber genauso für den Eigenbrauch gekauft werden.“ Wer Ingame-Guthaben erwerbe, tue das meist für sich selbst, so Gallus. Die Verteilung der Kaufmotive hänge aber nicht zuletzt von der Saisonalität ab: „Zu Weihnachten und Ostern steht das Motiv 'Schenken' logischerweise mehr im Vordergrund als in anderen Monaten.“