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Magazin: story

Kinect versus Move: Wer hat die Nase vorn?

Ungefähr anderthalb Jahre ist es jetzt her, seitdem wir zum ersten Mal ,kinected‘ and ,moved‘ wurden: Damals waren beide Hersteller – Microsoft und Sony – auf einmal der Meinung, man hätte das Feld ,Motion Control‘ jetzt lange genug Nintendo überlassen. „Kinect“ und „PlayStation Move“ waren die Antwort – und die fiel anfangs nicht unbedingt überzeugend aus. Aber wie sieht es jetzt aus… fast anderthalb Jahre nach dem Debüt beider Peripherie-Angebote? Hatten wir inzwischen eine bewegte Zeit?

Das muss Microsoft und Sony ganz schön genervt haben: Da verkauft Widersacher Nintendo die greise Gamecube-Technik zum zweiten Mal – und alles was man dafür gebraucht hat, ist eine anfangs verlachte Controller-Kombi zum geselligen Abspacken vor der Konsole. Keine Frage: Das kann man nicht auf sich sitzen lassen – was Vergleichbares, wenn nicht gar Besseres muss her!

Und was hat man letztlich aufgefahren, um sich auch ein Stück vom durch Nintendo großflächig angeschnittenen Casual-Kuchen zu sichern? Sony macht hierzulande am 15. September 2010 mit „PlayStation Move“ den Anfang: Die Ankündigung, die überdeutlich an Nintendos ,Original‘ angelehnte Gerätschaft wäre wesentlich präziser als Wiimote bzw. Nunchuk und könnte überdies die Bewegungstiefe und damit ihre komplette Räumlichkeit vermessen, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Grunde schon alter Kaffee. Denn: Nintendo hatte bereits über ein Jahr vorher sein Wiimote-Upgrade ,Wii MotionPlus‘ in Stellung gebracht, das ähnliche Kunststücke vollbrachte, sich aber mangels adäquater Spiele-Unterstützung nur schleppend verkaufte und kaum zu kommunizieren verstand, was jetzt aus welchem Grund besser funktionierte.

Ein Problem, das man bei Sony freilich nicht hatte: Wer für seine PS3 einen Motion-Controller haben wollte, für den gab es keine Alternative – also interessierte es zunächst herzlich wenig, ob der Zauberstab tatsächlich präziser war oder nicht. Der Start fällt demnach nicht unbedingt schwer: Im Grunde muss man die neue Controller-Kombi nur halbwegs prominent kommunizieren und durch Marketing-Standards flankieren. Das Ergebnis ist nicht sensationell, kann sich aber sehen lassen: Auf der E3 2011 verkündet man, immerhin 8,8 Mio. Bewegungs-Controller an den Mann bzw. die Frau gebracht zu haben.

„Das muss Microsoft und Sony ganz schön
genervt haben“

Presse-LieblingUnd Microsoft? Hier geht man von Anfang an den Risiko-reicheren Weg. An ,Kinect‘ scheiden sich die Geister: Seitdem bekannt wird, dass sich der Hersteller für die Gestaltung eines zumindest halbwegs attraktiven Startpreises dazu gezwungen sieht, die eingangs eindrucksvollen Features der intelligenten Kamera immer weiter zusammen zu streichen, gerät Kinect zusehends in Kritik –zumindest von Seiten der Fachjournalisten. Bei der Publikumspresse dagegen ist‘s ein ausgesprochener Selbstläufer: Die vermeintlich neue Gaming-Dimension verströmt einen Hauch von „Minority Report“ und kombiniert ihn mit lässiger i-Gestik – das ansprechend zu verkaufen, ist für jeden PR-Manager ein mehr als dankbarer Hochgenuss.