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Magazin: story

Made in Malaysia

Was macht ein IGM-Mitarbeiter im Urlaub? Richtig, er recherchiert für IGM! Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur bietet nicht nur zahlreiche Sehenswürdigkeiten, sondern auch interessante Einblicke in die Games-Branche des südostasiatischen Schwellenlandes.

Schatten, ein Ventilator, Kaltgetränke – das ist es, was man sich an einem Tag wie diesem in Kuala Lumpur wünscht. Wir schreiben den 5. Juli 2012, das Thermometer zeigt 35 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt über 80 Prozent. Eine drückende Hitze lastet auf Bukit Bintang, dem größten Einkaufsviertel der Stadt, während durch die Straßenschluchten ein nie enden wollender Verkehr braust. Wer kann, flüchtet aus diesem Inferno in eine der vollklimatisierten Shopping Malls, die hier auf wenigen Quadratkilometern dicht an dicht stehen. Ob Sungei Wang Plaza, Starhill Gallery oder Fahrenheit 88 – mit dem nötigen Kleingeld heißt es hier shop till you drop. Die überdimensionierten Konsumtempel lassen deutsche Einkaufszentren geradezu beschaulich wirken. Im Sungei Wang (dt.: „Geldfluss“) Plaza erhält man auf 120.000 Quadratmetern vom Turnschuh bis zum Kochbuch so ziemlich alles, was das Shopperherz begehrt. Wer es exklusiver mag, lässt sich mit dem Taxi ein Stück nach Norden kutschieren, wo die 452 Meter hohen Petronas Towers stehen: Am Fuß der Zwillingstürme, in Kuala Lumpurs edelster Shopping Mall Suria KLCC, geben sich Prada, Armani und Versace die Ehre.

„Wir haben das Potenzial, ein bedeutender Player in Südostasien zu werden“

Technikfans wiederum kommen in der siebenstöckigen Low Yat Plaza auf ihre Kosten: In 350 Läden stapeln sich Laptops, Smartphones, Videospiele und Konsolen. Wer will da noch zurück in die Hitze? Kuala Lumpur boomt, keine Frage. Die Hauptstadt Malaysias hat zwar „nur“ 1,6 Millionen Einwohner, in der Metropolregion Klang Valley leben aber bereits sieben Millionen Menschen. In den letzten Jahren sind zahllose Banken, Hotels und Verwaltungsgebäude aus dem Boden geschossen und haben sich in die Skyline der Stadt eingereiht. Kuala Lumpur (dt.: „schlammige Flussmündung“) ist nicht nur das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum eines an Bodenschätzen (Öl!) reichen Staates, sondern auch eine der meistbesuchten Städte der Welt: Rund acht Millionen Touristen strömen pro Jahr hierher, um eifrig Geld auszugeben und Sehenswürdigkeiten wie den Fernsehturm, den ehrwürdigen Merdeka Square, die Lake Gardens oder Chinatown zu besichtigen.

Erfolg mit RennspielenEin weiteres wirtschaftliches Standbein Kuala Lumpurs ist die IT-Industrie: Zwischen den Petronas Towers und dem KL International Airport hat die Regierung den Multimedia Super Corridor eingerichtet: eine 50 Kilometer lange und 15 Kilometer breite Sonderwirtschaftszone für Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie. Innerhalb des MSC liegen auch die Städte Putrajaya und Cyberjaya, die mit dem schnellen KLIA Ekspres verkehrsmäßig angebunden sind – hier haben sich einige Spielefirmen angesiedelt. Das bekannteste Studio des Landes allerdings sitzt im Zentrum der Hauptstadt, nur fünf Gehminuten vom hochmodernen Bahnhof KL Sentral entfernt. Gegründet 2006, hatte Codemasters Malaysia maßgeblichen Anteil an der grafischen Gestaltung von Rennspielreihen Dirt und Race Driver: Grid. An welchen Projekten das Art-Studio derzeit arbeitet, wollte uns Codemasters nicht verraten – ein Interviewgesuch wurde von der Zentrale in UK abgelehnt. Auch sonst gibt es kaum aktuelle Informationen zur malaysischen Codemasters-Dependance. Einige der wenigen Ausnahmen: Im März 2011 verkündete Lead Technical Art Trainer Ivon Smith in einem TV-Interview, man werde noch im selben Jahr die 100-Mitarbeiter-Grenze überschreiten.