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Magazin: story

Copyright Basis-Bild: Tommaso Lizzul/stock.adobe.com
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Nach der Gamescom geht die Party weiter!

Nach der Messe ist vor der nächsten Party: Wo gehen Feierwütige hin, wenn die Gamescom ihre Tore schließt? IGM hilft bei der Suche nach dem richtigen Club für die After-Messe-Party.
Bei der Kölner Feierkultur denken die meisten vermutlich zunächst an Karneval. Diese eine ominöse Woche im Jahr, wenn selbst der humorlose Finanzbeamte von nebenan die Pappnase aufsetzt und mit der schrulligen Nachbarin zur Musik der Höhner, Kasalla oder Brings schunkelt. Ja, die Kölnerinnen und der Kölner lassen gerne die Korken knallen, das aber auch außerhalb der tollen Tage. Doch so sehr sich Köln und seine Bewohner als Großstadt mit internationalem Flair sehen, in Sachen Partykultur geht es eher entspannt zu.

Im Gegensatz zur Bundeshauptstadt Berlin ist die Rheinmetropole ein Dorf – und die nächste "superjeile Zick" meist nach einer kurzen Bahnfahrt erreicht. Zwölf Linien mit einer Streckenlänge von beinahe 200 Kilometern verbinden die insgesamt neun Bezirke und ihre 86 Stadtteile miteinander. Lange Fußwege? Gibt es in Köln nur selten. Selbst, wenn Messebesucher nach einem anstrengenden Tag auf der Gamescom ins Szeneviertel Köln-Ehrenfeld möchten, ist das nur einen Katzensprung entfernt.

Vielleicht ist die kölsche Feierkultur genau deshalb einen Hauch relaxter als in anderen Großstädten. Ist einem die Schlange vor dem einen Club zu lang, wechselt man einfach zum nächsten. Oder man gönnt sich eine kleine Auszeit an den unzähligen Büdchen. Auch der nächste Kiosk ist in der Regel schnell gefunden und hat ziemlich sicher bis tief in die Nacht geöffnet. Ob man nun unbedingt seine spontane Lust auf Gummibärchen befriedigen muss oder sich ein Wegbier für den Marsch zum nächsten Club gönnen will – die Lädchen haben alles, was gestresste Gamescom-Besucher für eine kurze Auszeit brauchen. Nicht selten treffen sich Kölner vor der eigentlichen Party an ihrem Stammkiosk und glühen dort vor. Gerade in den Sommermonaten herrscht daher reger Betrieb vor den Buden – nicht immer zur Freude der Anwohner.

Folgerichtig starten die meisten Partynächte zunächst am Kiosk um die Ecke oder im nächsten Biergarten. Wer nach der Gamescom die Sicht auf den Kölner Dom genießen möchte, kehrt in der Außenanlage des Hyatts ein. Der Aachener Weiher unweit der Universität dagegen zieht besonders bei heißen Temperaturen Kölner, Touristen und eben auch Gamescom-Besucher magisch an. Der in den 1920er Jahren angelegte künstliche See ist so etwas wie das grüne Herz der Stadt: Oftmals überfüllt, aber trotzdem so richtig kölsch. Gleiches gilt für die Biergärten am Rathenauplatz in der Nähe des Zülpicher Platzes oder den Volksgarten im Süden der Stadt.

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Kölsche Nächte sind lang
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Wer sich überlegt, direkt nach dem entspannten Kölsch in den nächsten Club zu gehen, der sollte einen Abstecher ins Herbrand's in Köln-Ehrenfeld wagen. Der Biergarten lädt zum Relaxen ein, und am Wochenende finden in den Örtlichkeiten Konzerte und Partys statt. Das Herbrand's richtet sich bei seiner Musikauswahl eher an Mainstream-Gäste: Hier kommen Charts, Rock und Pop auf die Playlist. Das Publikum ist nicht übertrieben hip, dafür aber gut gelaunt.

Anders in Ehrenfeld
Überhaupt bietet Köln-Ehrenfeld eine hohe Club- und Partydichte auf kleiner Fläche. Die Live Music Hall in der Lichtstraße gehört nicht nur zu Kölns bekanntesten Konzerthallen, sondern verfügt ebenfalls über einen kleinen Außenbereich. Unter der Woche spielen hier Bands wie Maximo Park, Selig oder Paradise Lost, am Wochenende finden regelmäßig Partys statt. Die Bezeichnungen dieser Veranstaltungen sind selbsterklärend: "Poplife" schwimmt mit dem Mainstream, "90er Partys" gehen zurück in die Zeit des Eurotrashs und bei "Rockgarden" schütteln die schweren Jungs ihre Haare zu Gitarrenklängen.

In direkter Nachbarschaft zur Live Music Hall befindet sich zudem der Rock-Club Underground. Das ehemalige Fabrikgebäude der Helios AG beherbergt eine Kneipe sowie mehrere Party-Räume, in denen DJs verschiedene, alternative Musikrichtungen auflegen. Praktisch: Das Underground verlangt keinen Eintritt und ist damit eine willkommene Anlaufstelle für Nachtschwärmer. Wer das unnachahmliche Flair des Undergrounds noch einmal erleben möchte, muss sich allerdings beeilen: 2018 soll auf dem Gelände eine Schule entstehen. Der Mietvertrag des Undergrounds läuft Mitte des Jahres aus, Veranstaltungen sind aber noch bis Oktober fest eingeplant. Danach dürfte aber das Licht des 1988 eröffneten Kult-Clubs ausgehen.

In eine ähnlich rockige Kerbe schlägt übrigens der Punk-Schuppen Sonic Ballroom, der ebenfalls einen kleinen Außenbereich hat. Im Club selbst entsteht schnell Sauna-Atmosphäre – die Punk-Puristen aber angesichts des Flairs und der unkomplizierten Gäste nicht stören dürfte. Ähnlich wie beim Underground ist im Sonic Ballroom der Eintritt frei.

In Ehrenfeld regiert jedoch nicht allein der Rock. In dem In-Viertel gibt es eine Fülle cooler Läden, in denen von Pop bis hin zu Techno nahezu alles gespielt wird. Ein großer Vorteil am Kölner Nachtleben: Die wenigsten Clubs nerven mit strengen Türstehern. Wer nicht vollkommen betrunken oder heruntergekommen wirkt, der kommt in die meisten Lokalitäten rein. Der Club Bahnhof Ehrenfeld (CBE) liegt – der Name verrät es schon – direkt an der örtlichen S-Bahnstation. Dadurch erreicht man ihn nahezu problemlos. Sollte es doch Schwierigkeiten bei der An- oder Abreise geben, findet man die nächste Straßenbahnstation und jede Menge Taxistände gleich um die Ecke. Der CBE gehört zu den angesagtesten Party-Locations der Stadt und setzt vor allem auf gute Laune und alternativen Musikgeschmack: Mal mischen die DJs hier Afrobeats mit Wave und Elektro, mal dröhnen 90er-Hits aus den Boxen. Die CBE-Hallen verströmen ihre eigene Atmosphäre, denn es handelt sich um ausgebaute Bögen der Bahnlinien.
Belebt der CBE bereits seit 2010 das Kölner Nachtleben, ist der kleine Club Heinz Gaul erst seit wenigen Jahren mit von der Partie. Statt Backsteinwänden gibt es hier einen Industrie-Look und ein wildes Mixtape aus Trashpop, Elektro und Hip-Hop. Heinz Gaul hat sich sehr schnell zu einer der festen Anlaufstellen in Köln-Ehrenfeld entwickelt. Das Angebot der im Grünen Weg gelegenen Werkstatt präsentiert sich ähnlich bunt. In den ehemaligen Lagerhallen feiern Partygänger jedes Wochenende auf zwei Ebenen und tanzen zu den Klängen der 80er oder 90er. Wer also mal wieder zu den Backstreet Boys oder den Spice Girls abzappeln möchte, der ist hier genau richtig.

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Komm loss
mer fiere
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Köln-Ehrenfeld ist dank seiner enormen Club-Dichte ideal für Party-Hopper. Sie können dank günstiger Eintrittskosten von maximal zehn Euro problemlos gleich mehrere Clubs besuchen, die Getränkepreise erweisen sich darüber hinaus als fair und günstig. Und das meist alternativ angehauchte Party-Volk möchte vor allem eins: sich feiern und Spaß haben.

Harte Beats und Helene Fischer
Abseits von Köln-Ehrenfeld bietet die Rheinmetropole natürlich ebenfalls reichlich Abwechslung. Das Gewölbe am Hans-Bökler-Platz wurde erst zu Beginn des Jahres beim Partyführer "Telekom Electronic Beats" unter die zehn besten Clubs Deutschlands gewählt. Dieser Ruhm zeigt sich auch in der Beliebtheit dieser Location – längere Wartezeiten sind hier keine Seltenheit. Doch die Geduld der Gäste lohnt sich: Die hohen Decken erinnern an eine Kirche, in der die Party-Jünger ihrem DJ huldigen – fast wie zu den goldenen Rave-Zeiten der 90er.

Das Subway mauserte sich über die vergangenen Jahre zu einem der beliebtesten Clubs der Stadt. Die unterhalb eines Wohnhauses im Belgischen Viertel angelegte Disko zeichnet sich nicht nur durch die traditionell langen Schlangen aus, sondern auch durch beste Clubmusik. Deutlich kleiner und intimer geht es indes im Reineke Fuchs an der Aachener Straße zu. Die Location als "gemütlich" zu bezeichnen, wäre angesichts der hämmernden Bässe allerdings etwas übertrieben. Reineke Fuchs etablierte sich seit seiner Gründung im Jahr 2012 als Alternative zu den größeren Läden Kölns.

Sucht man dagegen eher nach dem Mainstream-Tanzerlebnis, empfiehlt sich ein Besuch auf der Zülpicher Straße – der Feiermeile für Studenten. Neben unzähligen Kneipen jeglicher Couleur gibt es hier auch diverse Clubs. In der Roonburg beispielsweise heizen Schlager- und Popmusik den Gästen ein. Die Red Cat Lounge machte sich hingegen durch Trashpop-Partys und die "Tinnitus-Afterhour" einen Namen, während Die Flotte mit Karneval-Krachern aufwartet. Und die Klapsmühle auf dem Kölner Ring hat bereits den einen oder anderen Junggesellenabschied gesehen, bietet aber zwangloses, kölsches Party-Vergnügen auf zwei Etagen. Ebenfalls empfehlenswert: das Sixpack im Belgischen Viertel. Was eigentlich eher wie eine Bar aussieht, verwandelt sich zu später Stunde gerne mal zum wilden Tanz-Club und ist damit seit 25 Jahren eine wohl bekannte Alternative im Kölner Nachtleben.

Die vielleicht ungewöhnlichste Feier-Location Kölns findet sich allerdings zwischen Ehrenfeld und Nippes: Unweit des Kölner Eroscenters Pascha mutet das Odonien zunächst wie eine Mischung aus Schrottplatz und Biergarten an, entpuppt sich aber als Schauplatz für Künstler und Party-Publikum. Auf den Freiluftanlagen steigen immer wieder Konzerte und Elektro-Partys, aber auch Kunstveranstaltungen wie das "Robodonien", bei dem Kreative aus Schrott Maschinenwesen zusammenschweißen und ausstellen.

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Feiern auf der Schäl Sick
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Alle bis hierhin erwähnten Clubs befinden sich auf der linken Rheinseite und damit etwas weiter weg von der Kölner Messe. Die Club-Dichte auf der rechten Rheinseite – der sogenannten Schäl Sick – fällt deutlich geringer aus. Das Bootshaus am Rheinufer erreicht man von der Gamescom aber problemlos zu Fuß. Der über mehre Floors angelegte Club zeichnet sich vor allem durch seine internationalen DJs und Künstler aus, immer wieder ziehen die Veranstalter die Stars der Szene nach Köln. Konzertgänger finden im Übrigen auch das Gebäude 9 in unmittelbarer Nähe zur Kölner Messe. In feinster Lagerhausatmosphäre geht es hier vor allem rockig und alternativ zu.

Die zweite lohnenswerte Anlaufstelle ist die Essigfabrik. Früher noch eine muffige Fabrikanlage, tanzt heute das Publikum in den Hallen zu Elektromusik. Doch ganz egal, ob links- oder rechtsrheinisch: Das Kölner Nachtleben bietet sämtliche Facetten, die man sich wünschen kann. Aber nicht vergessen: Der nächste Messetag kommt bestimmt – ins Reisegepäck feierwilliger Gamescom-Besucher gehört in jedem Fall genügend Aspirin. (ob/bpf)