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Magazin: story

Print

Die Nachricht, dass Printhefte an Auflage einbüßen, ist ungefähr so spannend wie die, dass deutsche Athleten bei den Olympischen Spielen seit der Wiedervereinigung jedes Mal weniger Medaillen holen. Doch haben sich die verbliebenen Spieleheft-Verlage in ihr Schicksal ergeben? Wie sieht es in anderen Marktsegmenten aus? Gibt es Strategien, die Print langfristig eine Zukunft sichern?

Die Hoffnung stirbt zuletzt, dachten sich die deutschen Olympioniken anno 2012 und haben die Medaillen-Jörg Mühle, Geschäftsführer von eMedia (Heise) Jörg Mühle, Geschäftsführer von eMedia (Heise) Schmach der ersten Tage wieder wettgemacht. Für die Top 3 im Medaillenspiegel hat es bei weitem nicht gereicht, aber immerhin spielte man oben mit. Die Hoffnung stirbt zuletzt, denken sich die deutschen Spieleheft-Verlage seit ihrer Glanzzeit 2003/ 2004, als die Premiumhefte regelmäßig die 300.000 verkauften Stück überschritten und das einzige Massenblatt im Markt gar die 700.000. Anno 2008 prognostizierten die Verlage mittelfristig etwa 150.000 monatliche Verkäufe für ihre Flaggschiffe, zwei Jahre drauf wurden dann eher 100.000 als zukünftige Talsohle gesehen. Die Zahlen des IVW-Quartals II/2012 rufen nach einer weiteren Korrektur: Zieht man Reichweiten-Tuning via Bordexemplare ab, liegt nur noch ein Heft oberhalb der 100.000. Ob das reicht, um im Medienmix der Computerspieler auch nur in die Top 5 zu gelangen? Schließlich konkurriert Print mit Online-Spielemagazinen, Google, Social Networks, YouTube, Massenportalen und TV.

Lebende 9 : 31 ZombiesDie IVW hat nicht unbedingt den Ruf, am Puls der Zeit zu sein. Doch den seit Monaten grassierenden Zombie-Trend geht sie bei den Spielemagazinen tapfer mit: Gerade mal neun gemeldeten Games-Zeitschriften stehen 31 „untote“ gegenüber, die früher mal IVW-gemeldet waren, aber zumeist nicht mehr existieren. Richtig gesund sind auch die Lebenden nicht: Rechnet man die 21.000 Bordexemplare der GameStar raus, bleiben aktuell noch 90.170 verbreitete Hefte pro Monat. Nur die Computer Bild Spiele liegt mit vermeintlich komfortablen 174.630 Heften klar im sechstelligen Bereich.

„Wir machen lieber etwas weniger Hefte, die dann aber hochwertiger“

Doch das sind gerade mal 23 Prozent des Rekordquartals IV/2002 (738.342 Hefte), CBS verkauft also über eine halbe Million Hefte pro Monat weniger als damals. Im 8-Jahresvergleich erreicht die GameStar heute noch 39% (ohne Bordexemplare allerdings nur 26%) der damaligen Verkäufe, die CBS 33%, die PCG Hardware 32% und die PC Games 30%.

Petra Fröhlich ist die Objektleiterin Games Group bei Computec. Den Auflagenschwund der PC Games beschönigt sie nicht: „Die Höchststände von vor zehn Jahren werden wir nicht mehr sehen. Unser Ziel ist es, die Auflagen im extrem schwierigen Marktumfeld stabil zu halten. Dafür machen wir sehr viel, etwa mit hochwertigen Vollversionen.“ Gerade an die Heftausstattung will Fröhlich nicht gehen: „Wir haben immer noch einen ansehnlichen Abo-Stamm, da können wir nicht 10% Rückgang damit begegnen, dass wir einmal mit der Axt durchs Heft rennen.“ Michael Trier ist bei IDG Chefredakteur von GameStar. Zum Ausblick sagt er: „Eine konkrete Prognose über die Heftauflagen wage ich nicht, aber irgendwann werden wohl auch wir bei 30.000 bis 50.000 verkauften Heften landen.“