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Magazin: story

Unendliche Einkaufsweiten

Als Vollsortimenter bieten SB-Warenhäuser große Auswahl auf großer Fläche. Dass sie grundsätzlich als Vertriebskanal für Games taugen, ist bereits in IGM 16/2012 deutlich geworden. Teil 1 unserer Miniserie hat aber auch gezeigt, dass es noch ziemlich viel Luft nach oben gibt – vor allem in Sachen Angebotspräsentation. Wir wollten herausfinden, ob das irgendwo besser gemacht wird – und haben uns weiter in der deutschen SB-Warenhauslandschaft umgeschaut.

„Zu groß und zu unübersichtlich“: Auf solche und ähnliche Meinungskundgebungen trifft man immer wieder, wenn man sich die Internet-Bewertungen von SB-Warenhäusern durchliest. Man möchte diesen arg gebeutelten Konsumenten am liebsten Wanderstiefel schenken, auf dass sie die unendlichen Waren-Weiten blasenlos überstehen – oder vielleicht auch ein Navi, damit sie zwischen all den Regalen nicht verschütt gehen. Doch Spott beiseite: Tatsächlich sind SB-Warenhäuser die Einzelhandelsform mit dem größten Flächenbedarf – ihre Mindestgröße liegt bei rund 2.500 Quadratmetern, das Maximum irgendwo jenseits der 10.000 Quadratmeter.

SB-Warenhäuser bieten „ein breites und tiefes Sortiment aller Waren, wobei der Schwerpunkt bei Lebensmitten liegt“, heißt es auf Julius Witz, Ubisoft: „Perfekte Ergänzung zu unserer klassischen Handelslandschaft“ handelswissen.de, „die Ware wird vorwiegend in Selbstbedienung ohne kostenintensiven Kundendienst angeboten“. SB-Warenhäuser unterscheiden sich von Supermärkten und Discountern vor allem durch das breitere Nonfood-Sortiment: Während Aldi Pürierstäbe und Steppdecken auf dem Grabbeltisch serviert, fährt das SB-Warenhaus eine ganze Armada von Haushaltsgeräten, Textilien, Drogerieprodukten und Spielwaren auf. Der Handelsexperte Josef Schmidt hat es in der letzten IGM auf den Punkt gebracht: „Nonfood ist notwendig, wenn ich große Flächen vernünftig bewirtschaften will. Es macht keinen Sinn, über eine bestimmte Quadratmeter-Grenze hinaus weitere Food-Spezialitäten anzubieten.“ Schmidt betonte allerdings auch, dass nicht alle Nonfood-Artikel zum Pflichtprogramm gehören: „Games stellen ein Ergänzungssortiment dar und werden von den Kunden mitgekauft. Man wird sich damit allerdings kaum profilieren können – da sind andere Anbieter einfach stärker.“ Gemeint waren natürlich MSH, MediMax und Co..

Viele ImpulskäuferWenn Games für SB-Warenhäuser nur ein „Ergänzungssortiment“ sind – was sind dann SB-Warenhäuser für die Publisher? Für IGM 16 hatten wir dazu schon zwei Firmen befragt: Nintendo sei „an einem möglichst breit gefächerten Vertrieb“ interessiert, sagte uns Head of Sales Kathrin Tamburello; ihr Kollege bei Koch Media, Dietmar Tönges, bezeichnete SB-Warenhäuser als „nach wie vor wichtigen Vertriebskanal, vor allem im Bereich Budgetware und Posten“. Um das Stimmungsbild zu komplettieren, hat IGM nun mit weiteren Publishern gesprochen. „Generell zeichnen sich SB-Warenhäuser durch eine sehr hohe Kundenfrequenz und eine große Anzahl von Impulskäufern aus“, sagt Steffen Hippe, Vorstand Vertrieb & Marketing (CSO) bei dtp entertainment. „Daher sind die Warenhäuser für uns ein sehr wichtiger Absatzkanal, insbesondere für unsere DVD-Sparte, für Nintendo-Titel und den Bereich Casual Games. Dank des hohen Anteils an Impulskäufern haben sie auch für die Zweitvermarktung einen hohen Stellenwert.“ Weniger euphorisch klingt Matthias Kolb, Commercial Director GSA von Namco Bandai Partners Germany: „Bis auf eine Ausnahme bedienen wir diesen Channel aus verschiedenen Gründen nicht mehr direkt und sehen ihn allenfalls als interessant für den Preisbereich unter 30 Euro. Da wir dort aber nicht unseren Fokus haben, ist die Bedeutung für uns relativ gering.“