CES 2026: Die wichtigsten Gaming-Trends von Nvidia

Anfang Januar 2026 präsentierten zahlreiche Tech- und Gaming-Unternehmen auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas ihre Neuheiten, darunter auch Grafikkarten- und KI-Primus Nvidia. Zwar war IGM nicht direkt vor Ort auf der CES, erhielt jedoch Anfang Februar in München die Gelegenheit, die neuen Nvidia-Produkte kennenzulernen. In ausführlichen Tech-Demos konnten die gezeigten Innovationen dort in aller Ruhe begutachtet werden.
16. Februar 2026 - 12:09
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Mittlerweile bieten über 250 Spiele DLSS-4-Unterstützung

Den Anfang machte ein Update zum Spiele-Streamingdienst GeForce Now, der am 4. Februar 2026 sein sechsjähriges Jubiläum feierte und sich in letzter Zeit rasant weiterentwickelt hat. Um bei Performance und Bildqualität auf dem neuesten Stand zu sein, hat Nvidia bereits am 10. September 2025 damit begonnen, von RTX-4080-Systemen auf sogenannte Blackwell-Server umzustellen. Diese sind mit 56 GB RAM sowie einer RTX-5080-GPU mit 48 GB VRAM ausgestattet und erlauben allen Nutzern mit „Ultimate“-Abo ab sofort, ausgewählte Spiele in 5K-Auflösung mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde bei aktiviertem Raytracing beziehungsweise Path Tracing zu spielen. Wer in 1080p zockt, erhält sogar Bildraten von bis zu 360 fps – ideal für E-Sport-Enthusiasten!

Auf der CES 2026 wurde nun eine native Linux-App von GeForce Now angekündigt. Der Beta-Client ist für Ubuntu 24.04 oder höher optimiert, ersetzt frühere browserbasierte Lösungen auf dieser Plattform und ist dank der sogenannten Flatpak-Option auch für Linux-Neulinge einfach zu installieren. IGM hat das Ganze bei Nvidia in München mit „Battlefield 6” bei maximalen Einstellungen ausprobiert und war begeistert. In Verbindung mit einem Nvidia-Datenzentrum in Frankfurt und einem Ping von acht Millisekunden lief der Ego-Shooter tatsächlich konstant in 5K-Auflösung (5120 x 2160 Pixel) mit 120 Bildern pro Sekunde. Er zeigte keinerlei Kompressionsartefakte und ließ sich auch in sehr anspruchsvollen Szenen butterweich spielen.

Seit der letzten CES gibt es GeForce Now zudem erstmals als App für Fire-TV-Sticks von Amazon. Ebenfalls erwähnenswert: GeForce Now-Clients unterstützen jetzt endlich Flightsticks und HOTAS-Systeme, machen nun also auch Sinn, um beliebte Flugsimulatoren wie den „Microsoft Flight Simulator“ mit vollen Details zu genießen. Zu guter Letzt gibt es noch den sogenannten Single-Sign-On. Ist diese Funktion aktiv, verbindet sich die GeForce-App nach einmaligem Einloggen automatisch mit allen zuvor verknüpften Games-Bibliotheken wie Steam, Epic Games, Ubisoft Connect und dem Xbox Store beziehungsweise dem Game-Pass-Portfolio.

DLSS4 setzt sich durch und wird noch besser 
Anschließend warf IGM einen Blick auf DLSS, Nvidias KI-gestützte Upsampling-Technologie für GeForce-RTX-Grafikkarten. Laut Nvidia wird Version 4 mittlerweile in über 250 Spielen und Apps unterstützt, darunter viele aktuelle Steam-Publikumslieblinge wie der Third-Person-Extraction-Shooter „ARC Raiders” von Nexon, „Battlefield 6” von EA, „Dying Light: The Beast” von Techland, „Dune: Awakening” von Funcom, „Borderlands 4” von 2K Games oder „Clair Obscur: Expedition 33” von Kepler Interactive. Zum Vergleich: Als DLSS 3 erschien, hatten nach einem Jahr erst 46 Spiele die Technik verwendet. Damit ist DLSS 4 die am schnellsten adaptierte Gaming-Technologie von Nvidia. Aber auch kommende potenzielle Hits wie „Resident Evil Requiem“ (27. Februar), „Pragmata“ (24. April) und „007 First Light“ (27. Mai) sowie „Phantom Blade Zero“ (9. September) von S-GAME Publishing werden DLSS 4 unterstützen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Auf der CES wurde mit DLSS 4.5 Super Resolution nun eine Weiterentwicklung angekündigt, die seit Mitte Januar 2026 für alle RTX-Karten der 20er-, 30er-, 40er- und 50er-Reihe verfügbar ist. Der Hauptunterschied zur Version 4 liegt in der besseren Wiedergabe von Details, weniger Flimmern und den geringeren Nachzieheffekten (Ghosting), was insbesondere bei Spielen in 4K-Auflösung sichtbar wird. Im Hintergrund kommt ein sogenanntes Transformer-Modell der zweiten Generation zum Einsatz.

Letzteres läuft vor allem auf RTX-Karten der 50er-Reihe zur Hochform auf, da es dort ergänzend auch noch Dynamic Multi Frame Generation und Multi Frame Generation 6x unterstützt. Doch was heißt das in der Praxis? Ganz einfach: Wenn das Feature aktiviert ist, sind in grafisch anspruchsvollen Spielen wie „Alan Wake 2“ und „FBC: Firebreak“ von Remedy Entertainment, „Black Myth: Wukong“ von Game Science, „Cyberpunk 2077“ von CD Projekt oder „Naraka: Bladepoint“ von NetEase in 4K-Auflösung mit einer RTX 5090 problemlos Bildraten jenseits von 240 fps möglich – bei aktiviertem Path Tracing versteht sich, also der weiterentwickelten Form von Raytracing.

Vor Ort zeigte Nvidia zudem eine Live-Tech-Demo zu „Black Myth: Wukong“ mit DLSS 4.5, die uns vor allem im Hinblick auf die Bildqualität begeisterte. Beispielsweise wurden der Funkenflug von flackernden Lampen und die raschelnden Äste von Bäumen famos in Szene gesetzt – bei grandiosen Bildraten von über 240 fps. Laut Nvidia sollen die Funktionen DLSS 4.5 Dynamic Multi Frame Generation und 6X Multi Frame Generation im Frühjahr für GeForce-RTX-50-GPUs erscheinen.

G-Sync Pulsar macht endgültig Schluss mit Motion Blur
Anschließend demonstrierte Nvidia, was es mit G-Sync Pulsar auf sich hat. Dabei handelt es sich um eine brandneue Monitortechnologie, die Nvidias bekannte G-Sync-Technik für variable Bildwiederholraten mit Blacklight Strobing kombiniert. Dadurch werden Bewegungsunschärfen in Spielen drastisch reduziert. Wem Blacklight Strobing nichts sagt: Mit dieser Technik ausgerüstete Monitore schalten die LED-Hintergrundbeleuchtung zwischen Bildern für kurze Zeit aus. Dadurch werden schnelle Bewegungen vom Betrachter als schärfer empfunden.

Laut Nvidia steigt die Bewegungsklarheit von Monitoren mit G-Sync-Pulsar-Technologie im Vergleich zu regulären LCD-Bildschirmen um das bis zu Vierfache. Und tatsächlich: Die vor Ort gezeigte Tech-Demo in Ubisofts Aufbau-Hit „Anno 117: Pax Romana“ zeigt eine wesentlich höhere Bewegungsklarheit (englisch: Motion Clarity), speziell, wenn man seinen Blick zum Beispiel auf Hinweise-Pfeile im Interface des Spiels fokussiert.

Noch imposanter ist der Effekt allerdings bei rasanten Actionspielen oder Ego-Shootern wie etwa „Counter-Strike 2“, zumal sich schnell bewegende Figuren nun wesentlich klarer erkennen lassen. Selbst in hektischen Szenen sieht man noch recht gut, welche Ausrüstung und Namen etc. sie tragen, was wiederum spielerische Vorteile bringt.

Technisch betrachtet waren die vor Ort gezeigten Pulsar-Displays von ASUS ROG gefertigt und mit gleich zehn verschiedenen Sektionen ausgestattet, in denen die Hintergrundbeleuchtung individuell aktiviert und deaktiviert wird, was letztendlich in der besagten Bewegungsklarheit resultiert. Oder um es mit den Worten von Gerrit Slavenburg, Senior Director of Architecture bei G-Sync, zu formulieren: „Bei einem mit 250 fps laufenden Spiel mit Pulsar-Unterstützung erhält man die Bewegungsklarheit eines Spiels, das theoretisch auf einem 1000-Hertz-Monitor läuft, für den Inhalte mit 1000 fps gerendert werden.“ Die Tech-Demo war in jedem Fall beeindruckend und wir würden uns nicht wundern, wenn Bildschirme mit G-Sync Pulsar schon bald zum neuen Liebling der E-Sport-Community werden. Aber auch reguläre Gamer dürften davon profitieren, da sie bei einem G-Sync-Pulsar-Monitor nicht mehr zwischen Techniken wie Ultra Low Motion Blur (ULMB) und VRR (Variable Refresh Rate) umschalten müssen.

Ebenfalls auf der CES angekündigt, aber nicht in München gezeigt wurde die G-Sync Ambient Adaptive Technologie. Dank dieser erkennt ein eingebauter Sensor das Umgebungslicht im Bereich um den Monitor und passt die Bildschirmhelligkeit und die Farbtemperatur automatisch an. Nach der Aktivierung muss man sich um diese Einstellungen nicht mehr kümmern und kann sich voll aufs Spielen und Arbeiten konzentrieren.

Im Handel erhältliche beziehungsweise in Kürze verfügbare Monitore, die sowohl G-Sync Pulsar als auch Ambient Adaptive Technologie unterstützen, sind aktuell der Acer Predator XB273U F5 (ca. 942 Euro), der AOC Agon Pro AG276QSG2 (ca. 699 Euro), der ASUS ROG Strix Pulsar XG27AQNGV (ca. 750 Euro) sowie der MSI MPG 272QRF X36 (Preis noch unklar). In allen Fällen handelt es sich um einen 27-Zoll-Bildschirm mit IPS-Panel, WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) und einer Bildwiederholrate von mindestens 360 Hz. Viele weitere Bildschirme dieser Art dürften folgen, denn die Technik wurde mittlerweile auch in aktuelle Display-Skalierungs-Chips von MediaTek integriert.

Nvidia ACE: Eine KI, die das Spiel versteht
Abschließend demonstrierte Nvidia die neueste Version von ACE, einem KI-Assistenten. Über ein direkt in das Spiel integriertes Text-Interface können Spielerinnen und Spieler dem Assistenten Fragen zur aktuellen Spielsituation stellen. ACE gibt dann passende Tipps und Tricks aus. Veranschaulicht wurde das Ganze am Beispiel von Creative Assemblys schon etwas älterem Strategie-Koloss „Total War: Pharaoh“. Konkreter gesagt einer Situation, in der sich ein Spieler mit einer Rebellion in einer zu seinem Reich gehörenden Provinz konfrontiert sieht und nicht genau weiß, was zu tun ist – beispielsweise, weil er „Total War: Pharaoh“ schon länger nicht mehr gespielt hat. In diesem Fall schafft der KI-Assistent Abhilfe. Die Entwickler haben ihm die Funktionsweise des Spiels antrainiert, sodass er in der Lage ist, ganz spezielle, auf die Spielsituation bezogene Fragen zu beantworten. Man kann ihn also beispielsweise fragen, wieso die Rebellion überhaupt ausgebrochen ist. Oder welche Gebäude man als Nächstes bauen sollte, um die Zufriedenheit der Bürger wieder zu steigern. Auch Fragen wie „Wie kann man schnell zusätzliche Einheiten rekrutieren, um den plötzlichen Vorstoß des Gegners doch noch zu stoppen?” sind möglich.

Wenn es nach Nvidia geht, kann ACE in „Total War: Pharaoh“ alle wichtigen Spielparameter verstehen. Er hat einen sehr guten Überblick über das aktuelle Spielgeschehen und kann auf der Kampagnenkarte in sinnvoll ausformulierten Sätzen passende Hilfestellung geben. Das funktioniert in der Praxis bereits recht überzeugend. Derzeit handelt es sich jedoch noch um ein experimentelles Entwickler-Feature von „Total War: Pharaoh“. Sollte es sich jedoch bewähren, würden wir uns nicht wundern, wenn Creative Assembly es zügig in viele seiner anderen „Total War“-Titel integriert. Langfristig könnten KI-Assistenten wie ACE zu wirklich nützlichen Spieleberatern werden, vor allem in komplexen Strategiespielen. 

Aber auch in anderen Genres wird bereits mit ACE experimentiert. So arbeiten die Macher des Battle-Royale-Hits „PUBG“ beispielsweise an ACE-gesteuerten KI-Buddies. Diese sind auf Zuruf über das Headset-Mikrofon in der Lage, bestimmte Waffen und Gegenstände auf dem Schlachtfeld zu finden, Deckung zu geben oder ein Fahrzeug zu beschaffen. Schöne neue Welt! (soe/bpf)