Mit den Dämonen der Vergangenheit möchte sich niemand gerne auseinandersetzen. Bei Elena Rutherford, der Hauptfigur aus dem Indie-Survival-Spiel „I Hate This Place“, geht es allerdings nicht um innere Dämonen, sondern um einen leibhaftigen Dämon, der auf der Farm ihrer Eltern sein Unwesen treibt. Im folgenden Abenteuer kommen die Spieler in der Rolle der Teenagerin nicht nur einem finsteren Geheimnis auf die Spur, sondern müssen auch mit List und roher Gewalt ums Überleben kämpfen.
Das Spiel des polnischen Indie-Studios Rock Square Thunder basiert auf der gleichnamigen Comic-Reihe „I Hate This Place“ von Kyle Starks und Artyom Topilin. Sie zeichnet sich unter anderem durch schwarzen Humor, eine Vielzahl grotesker Horrorwesen und einen an die 1980er-Jahre angelehnten Artstyle aus. All das findet sich auch im Spiel wieder, weshalb es entfernt an die Netflix-Erfolgsserie „Stranger Things“ erinnert. Spielerisch ist „I Hate This Place“ ein klassisches Survival-Horror-Spiel aus der Iso-Perspektive, in dem das Sammeln von Ressourcen, das Craften und das Kämpfen eine zentrale Rolle einnehmen.
„I Hate This Place“ verläuft dabei alles andere als strikt linear, sondern gewährt den Spielern größtmöglichen Freiraum in praktisch allen Bereichen. Die Welt mit der Farm, den umgebenden Wäldern, einer nahegelegenen verfallenen Stadt und einem unterirdischen Laborkomplex steht dabei weitgehend zur freien Erkundung offen. Auf Streifzug sollte man aber besser am Tage gehen. Denn wechselt das Spiel im Rahmen des dynamischen Tag-Nacht-Wechsels zum Abend, treten vermehrt Monster in Erscheinung, die wesentlich stärker und gefährlicher sind. Diese reichen von mutierten menschlichen Kreaturen über Aliens bis hin zu bis zur Unkenntlichkeit entstellten Hirschen im Wald und decken somit eine große Bandbreite ab.
Die Hauptfigur Elena kann sich mit einer Reihe von Nahkampf-, Wurf- und Schusswaffen zur Wehr setzen. Je nachdem, auf welche Feinde sie trifft, kann sie aber auch heimlich vorgehen. Denn manche Wesen haben ein gutes Gehör, sind aber praktisch blind. Ablenken und Vorbeischleichen sind daher oft die beste Option. Wenn ein offener Konflikt unvermeidbar ist, sorgt das gute Steuerungssystem inklusive Twin-Stick-Mechanik beim Gebrauch von Schusswaffen dafür, dass man nicht so leicht auf verlorenem Posten kämpft.
Wichtig ist aber vor allem eine gute Vorbereitung, bei der das Erkunden einen wichtigen Aspekt bildet. Die Spieler müssen Ressourcen und Blaupausen sammeln, um Waffen, Heilmittel und sonstige Ausrüstungs- und Verbrauchsobjekte herstellen zu können. Und mehr als das. Auch die Farm kann mit zusätzlichen Gebäuden erweitert werden. So ist es möglich, Nahrungsmittel selbst herzustellen und zu lagern oder einen sichereren Ort für die besonders gefährliche Nacht zu schaffen.
„I Hate This Place“ überzeugt aber nicht nur spielerisch, sondern auch mit seinem visuellen Stil, der Musik im Stil der 80er und seiner Erzählweise. Dies gilt sowohl für die Ergründung eines rätselhaften Kults und Elenas Vergangenheit im Mittelpunkt der Geschichte als auch für die Geisterbegegnungen im Spiel. Dabei treffen die Spieler auf die Seelen Verstorbener und können diese, abhängig von ihren Entscheidungen, befreien oder müssen mitunter mit schlimmen Konsequenzen leben. Gerade Fans der Comics werden es lieben, wie gut das Spiel die Vorlage einfängt. Freunde des Genres dürfen sich aber auch ohne Vorkenntnisse auf einen packenden Überlebenskampf einstellen.
Ordertipp: A
Plattform: PS5, Switch
Genre: Survival-Horror
Entwickler: Rock Square Thunder
Publisher: Meridiem Games
Vertrieb: CentreSoft
UVP: ab 40 Euro (Elena's Edition)
USK: ab 16 Jahren
Release: 29.05.2026
Verkaufsargumente:
-
Packendes Survival-Horror-Gameplay mit Plündern, Craften und Kämpfen
-
Stilvolle Präsentation und eine vielfältige Spielwelt mit vielen Freiheiten
-
Spannende Story und dichte Atmosphäre mit haufenweise 80er-Jahre-Vibes
Fazit: „I Hate This Place“ verbindet klassische Survival-Horror-Tugenden mit einer dichten Atmosphäre, ausgefeilten Mechaniken und dem prickelnden Flair der 1980er-Jahre. Ein Muss für Genre-Fans!