Microsoft hat mit Xbox Labs eine neue Initiative gegründet, die sich mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Spieleentwicklung beschäftigt. Damit reagiert das Unternehmen auf die zunehmende Verbreitung KI-gestützter Modifikationen und ungewöhnlicher Spiele-Portierungen. In den vergangenen Wochen sorgten Entwickler und Modder mit Projekten für Aufmerksamkeit, bei denen bestehende Spiele mithilfe generativer KI verändert oder auf andere Plattformen übertragen wurden. Zu den Beispielen zählen Mario-Gameplay in „Elden Ring“ sowie eine im Browser lauffähige Version von „Call of Duty“. Dabei kam unter anderem das KI-Modell Claude Opus 5.5 zum Einsatz.
Xbox-Chefin Asha Sharma erklärte in einer internen Mitteilung, dass solche Experimente bisherige Vorstellungen über die Grenzen der Spieleentwicklung infrage stellen. Besonders die Trennung zwischen Software und Hardware sowie die Möglichkeiten zur Veränderung bestehender Spiele könnten sich dadurch grundlegend wandeln. Xbox Labs soll diese Entwicklungen untersuchen und neue Konzepte praktisch erproben. Die Leitung übernimmt Xbox-Technikchef Scott Van Vliet. Sein Team besteht aus Spieleentwicklern, Ingenieuren und Wissenschaftlern.
Microsoft möchte die dabei entstehenden Werkzeuge langfristig auch anderen Entwicklern zugänglich machen. Gleichzeitig betonte Sharma, dass Xbox an seinen bisherigen Prioritäten festhalte. Dazu zählen die Entwicklung neuer Spiele, eigene Hardware sowie der verantwortungsvolle Umgang mit geistigem Eigentum. Xbox Labs soll somit neue Technologien erforschen, ohne laufende Projekte und bestehende Geschäftsbereiche zu verdrängen.