Ubisoft beendet die Spieleentwicklung beim traditionsreichen Studio Red Storm Entertainment. Nach internen Mitteilungen verlieren 105 Beschäftigte ihre Jobs. Das Studio in North Carolina bleibt zwar bestehen, übernimmt künftig aber nur noch Aufgaben in den Bereichen globale IT und Support für die hauseigene Snowdrop-Engine.
Red Storm gehört zu den bekanntesten Namen der Tom-Clancy-Geschichte. Das 1996 von Tom Clancy mitgegründete Studio entwickelte frühe Umsetzungen seiner Marken und prägte mit Reihen wie „Rainbow Six“ und „Ghost Recon“ einen wichtigen Teil des Taktik-Shooter-Genres. Ubisoft übernahm das Studio im Jahr 2000. Danach arbeitete Red Storm an mehreren Fortsetzungen mit, darunter „Ghost Recon Advanced Warfighter“.
In den vergangenen Jahren verlagerte sich der Fokus jedoch. Statt großer Markenproduktionen arbeitete das Team primär an VR-Spielen wie „Werewolves Within“, „Star Trek: Bridge Crew“ und zuletzt „Assassin’s Creed Nexus VR“. Das jüngste Projekt, „The Division Heartland“, wurde 2024 nach mehreren Testphasen eingestellt.
Die Entscheidung fällt in eine Phase umfassender Einschnitte bei Ubisoft. Der Konzern hat bereits mehrere Spiele gestrichen oder verschoben und Studios geschlossen. Zudem will das Unternehmen seine Fixkosten in den kommenden zwei Jahren um weitere 200 Millionen Euro senken. Red Storm ist damit ein weiteres Beispiel für den tiefgreifenden Umbau, den Ubisoft unter dem Schlagwort eines „major reset“ vorantreibt.