Nach ersten Achtungserfolgen auf dem Famicom mit Arcade-Portierungen von „Donkey Kong“ und „Donkey Kong Jr.“ (beide 1983), gut gemachten Sportspielen wie „Golf“ und „Tennis“ (beide 1984) sowie technischen Hinguckern wie dem Rennspiel „Excitebike“ (ebenfalls 1984) liefert Nintendo im September 1985 mit dem Jump ’n’ Run „Super Mario Bros.“ seinen ersten großen Welt-Hit ab. Was viele nicht ahnen: Gerade einmal fünf Monate später, am 21. Februar 1986, gelingt dem aufstrebenden Videospielhersteller aus Kyoto mit „The Legend of Zelda” ein weiterer Meilenstein. Das Spiel startet zunächst auf dem Japan-exklusiven Famicom Disk System durch und wird umgehend zum Millionenseller.
Epische Heldenreise mit Anspruch
Hinter beiden Titeln steht Nintendo-Legende Shigeru Miyamoto, der für jedes Projekt einen völlig unterschiedlichen Design-Ansatz wählt. In „Super Mario Bros.“ steuern die Spieler einen agilen Klempner, der rennt, hüpft und springt, um sich durch klar strukturierte, in der Regel linear angelegte Levels zu bewegen. In „The Legend of Zelda“ steht dagegen die nicht-lineare Erkundung im Mittelpunkt. Miyamoto und Co-Director Takashi Tezuka verzichten ganz bewusst auf Händchenhalten und konfrontieren die Spieler mit einer größtenteils offen angelegten Welt, die sie aus der Top-Down-Perspektive in der Rolle des Protagonisten Link erforschen. Er will Prinzessin Zelda aus den Fängen des machthungrigen Ganondorf befreien. Bevor Link Ganon jedoch in dessen Versteck im Death Mountain herausfordern kann, muss er sich einen Weg durch acht unterirdische Dungeons bahnen, deren Wächter er besiegen muss, um die acht Fragmente des Triforce der Weisheit in seine Obhut zu bringen.
Diese Heldenreise ist nicht nur spielerisch hochgradig abwechslungsreich und gespickt mit taktisch anspruchsvollen Kämpfen und cleveren Rätseln, sondern in der zwei Jahre später veröffentlichten Umsetzung für das Nintendo Entertainment System auch technisch wegweisend. Denn im Gegensatz zu anderen NES-Titeln müssen die Spieler keine umständlichen Passwörter mehr notieren, um ihren Spielfortschritt festzuhalten, sondern können diesen einfach auf einer batteriegepufferten SRAM-Speicherzelle sichern. Hinzu kommt ein unvergesslicher Soundtrack von Kōji Kondō, der sich zuvor bereits mit den eingängigen Musikstücken zu „Super Mario Bros.“ einen Namen gemacht hatte. „The Legend of Zelda“ avanciert aufgrund seiner Machart schnell zum absoluten Publikumsliebling, verkauft sich knapp 6,5 Millionen Mal und dient vielen anderen Entwicklern jener Zeit als Blaupause für offen angelegte Action-Adventures.
Auch technisch wegweisend
Nintendo selbst baut das Konzept in den Folgejahren kontinuierlich aus und schreckt dabei nie vor mutigen neuen Ideen zurück. Entsprechend wundert es nicht, dass Link in „Zelda II: The Adventure of Link“, das am 14. Januar 1987 erscheint, plötzlich seitlich scrollende 2D-Dungeons, Höhlen und Städte besucht. Währenddessen streicht er für jeden besiegten Widersacher rollenspieltypisch Erfahrungspunkte ein und wirkt sogar Zaubersprüche. Zwar bleibt die Oberwelterkundung aus der Vogelperspektive erhalten, doch die Macher legen beim Schwierigkeitsgrad noch einmal eine Schippe drauf. Aus diesem Grund gilt der Titel bis heute als das anspruchsvollste und stellenweise auch frustrierendste „Zelda“-Spiel überhaupt. Tipp für alle, die den Klassiker nachholen wollen: Am besten auf dem Nintendo Classic Mini spielen. Dort gibt es eine sogenannte Fortsetzungsfunktion, die es erlaubt, jederzeit an schwierigen Stellen abzuspeichern.
A Link to the Past: Das 16-Bit-Spektakel
Genau ein Jahr nach der Veröffentlichung des Super Famicoms in Japan geht „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ an den Start. Highlight des aus der Top-Down-Perspektive dargestellten 16-Bit-Abenteuers ist das interaktive Parallelwelten-Design. Es erlaubt Link, mit Hilfe eines Spiegels zwischen der regulären Welt und einer Schattenwelt zu wechseln. Damit werden die Grundlagen für viele spannende Rätsel geschaffen. Dazu gesellen sich legendäre Gadgets wie das serienprägende Master-Schwert, ein vielseitig nutzbarer Enterhaken und windschnittige Pegasus-Stiefel, die Links Lauftempo drastisch erhöhen. Aber auch technisch nutzen die Entwickler die Möglichkeiten der neuen Nintendo-Hardware hervorragend aus und erzeugen mit dem Mode-7-Grafikmodus 3D-ähnliche Effekte. Hinzu kommt eine grandiose Nutzung des SPC-700-Audioprozessors, der für einen verblüffend echt klingenden Regen und viele andere beeindruckende Soundeffekte sorgt. Der Lohn der Mühe sind reihenweise Traumwertungen und begeisterte Fans, die den Titel bis zum Ende dieser Hardware-Ära mit 4,61 Millionen verkauften Einheiten auf Platz sieben der meistverkauften SNES-Spiele befördern.
Zu Beginn der 1990er-Jahre kann Nintendo dank der brillanten Hardware des Game Boys zudem beachtliche Erfolge im Handheld-Sektor vorweisen. Das Unternehmen zögert nicht lange und umgarnt auch diese neue Zielgruppe mit einem frischen „Zelda“-Titel. So entsteht „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“, das am 1. Dezember 1993 in Deutschland veröffentlicht wird. Das überaus liebevoll gestaltete Action-Abenteuer spielt im Traum eines schlafenden Windfisches. Um diesen zu wecken, muss der kecke Link acht auf der gesamten Insel verstreute Instrumente finden und ebenso viele Dungeons meistern.
Obwohl es für Handheld-Systeme entwickelt wurde, entpuppt sich „Link’s Awakening“ als vollwertiges „Zelda“-Abenteuer mit einer Spielzeit von 15 bis 18 Stunden, einer tollen Eindeutschung und einer praktischen Batteriespeicherfunktion. Aufgrund der hohen Popularität bringt Nintendo mehr als fünf Jahre später sogar noch eine Deluxe- beziehungsweise DX-Fassung auf den Markt. Diese nutzt die Farbpalette des Game Boy Colors für eine noch lebendigere Optik, ergänzt eine etwa einstündige Fotoquest und erlaubt es Fans, ihre Schnappschüsse mit dem Game Boy Printer auszudrucken. Hinzu kommt ein Color Dungeon mit farbbasierten Puzzles. Wer die mehr als sechs Millionen Mal verkaufte Game-Boy-Sensation von damals heute in einem modernen Gewand mit weiteren cleveren Ergänzungen wie einer besseren Kartenfunktion und einem Kammer-Dungeon-Editor nachholen will, dem legen wir die gleichnamige Switch-Neuauflage von 2019 wärmstens ans Herz.
Link wird dreidimensional
Doch zurück in die Neunziger, genauer gesagt zum 21. November 1998: Nach etwa drei Jahren Entwicklungszeit erscheint „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ für das Nintendo 64. Das Spiel wurde von einem über 200 Mann starken Team entwickelt und ist der erste 3D-Ableger der Reihe. Und was für einer! Wieder einmal tritt der Schurke Ganondorf als zentraler Antagonist in Erscheinung und plant, die allmächtige Reliquie Triforce an sich zu reißen. Diesmal rückt eine Zeitreise-Mechanik spielerisch in den Vordergrund. Dadurch beeinflussen die Taten des neun Jahre alten Link die Welt des 16-jährigen Link. Gleichzeitig etabliert „Ocarina of Time” 3D-Gameplay-Konventionen, die später in der gesamten Branche zum Standard werden. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Zielsystem: Wenn die Spieler die Z-Taste auf dem N64-Controller gedrückt halten, schaltet die Kamera das Ziel in der Nähe des Fadenkreuzes auf und behält es kontinuierlich im Blick – egal, wie sich Link gerade bewegt. Des Weiteren kann man erstmals in der Gaming-Geschichte eine in sich schlüssige 3D-Welt auf dem Rücken eines Pferdes durchqueren – damals eine echte Sensation! Genauso innovativ ist das pfiffige Interface, das der A-Taste je nach Spielsituation andere Funktionen zuweist, sowie die durchgehende Nutzung von Ingame-Zwischensequenzen, um kostspieligen Modulspeicher zu sparen. „Ocarina of Time“ wird neben „Super Mario 64“, „Mario Kart 64“ und „GoldenEye 007“ zum Systemseller des N64, erreicht eine Metacritic-Durchschnittswertung von 98 von 100 Punkten und gilt bis heute als eines der einflussreichsten Videospiele aller Zeiten.
Damals eine echte Sensation
Inhaltlich mindestens genauso reizvoll ist „The Legend of Zelda: Majora’s Mask“, das Nintendo in Japan am 27. April 2000 und in Europa am 17. November 2000 auf den Markt bringt. Diesmal sieht sich Link mit einem Mond konfrontiert, der auch prominent auf dem Spiele-Cover abgebildet ist. Er droht, nach 72 Stunden (ca. 54 Ingame-Minuten) auf die Welt Termina zu stürzen und alles zu vernichten. Innerhalb dieser Zeit muss Link Informationen und wichtige Items sammeln, um die Katastrophe doch noch irgendwie zu verhindern. Da die verfügbare Zeit dafür jedoch nicht ausreicht, muss Link regelmäßig die „Hymne der Zeit“ spielen, um zum Morgen des ersten Tages zurückzukehren. Die gute Nachricht: Obwohl Rubine, Pfeile, Bomben und andere Verbrauchsgüter dadurch zurückgesetzt werden, bleiben Link zentrale Items nach jedem Zurückspulen der Zeit erhalten. Die Spielmechaniken sind so ausgereift, dass das Spiel zum Start das Expansion Pack voraussetzt, ein 4 Megabyte großes RDRAM-Modul, das den Arbeitsspeicher des Nintendo 64 verdoppelt. Auch „Majora’s Mask” erobert die Kritikerherzen im Sturm (Metacritic: 95/100), verkauft sich trotz des nachlassenden Interesses am N64 insgesamt 3,36 Millionen Mal und ist heute noch einer der innovativsten „Zelda”-Titel.
Auch externe Studios helfen mit
2001 folgen zwei weitere Auskopplungen für den Game Boy Color, die diesmal jedoch von Flagship entwickelt wurden. Flagship ist ein von Nintendo, Capcom und Sega in Osaka gegründetes Studio. Das Besondere an „The Legend of Zelda: Oracle of Seasons“ und „The Legend of Zelda: Oracle of Ages“ ist, dass sie als zusammenhängende Erfahrung designt sind. Spielt man einen der Titel durch, erhält man ein Passwort, das dann im zweiten Spiel eingegeben werden kann. Basierend auf dem bereits Erlebten wird der Story-Verlauf entsprechend angepasst. Wer das finale Ende erleben möchte, muss also beide Spiele kaufen.
Zum Start der nächsten Handheld- und Konsolen-Ära erscheint mit „Link to the Past + Four Swords“ (EU-Release: 28. März 2003) zunächst eine Neuauflage des SNES-Klassikers. Nintendo ergänzt den Titel jedoch um ein eigenständiges Multiplayer-only-Erlebnis für bis zu vier Spieler. Noch mehr Aufsehen erregt „The Legend of Zelda: The Wind Waker“. Das elfte von Nintendo veröffentlichte „Zelda“-Spiel setzt auf einen kunterbunten Cel-Shading-Look, besonders ausdrucksstarke Mimik und Gestik sowie eine aus Inseln bestehende Spielwelt, die sich erst dann effektiv per Segelboot bereisen lässt, wenn der Wind mit einem Taktstock beeinflusst wird. Flankiert von einem innovativen GBA-Unterstützungsmodus namens „Tingleceiver“ heimst auch „The Wind Waker“ Traumnoten ein (Metacritic: 96/100). Da der Spielemarkt damals jedoch erwachsenere Action bevorzugt, einige Zielgruppen vom eher kindlichen Look abgeschreckt werden und die GameCube-Hardware hinter den einstigen Verkaufserwartungen zurückbleibt, gehen von „The Wind Waker“ trotz der sehr hohen Produktqualität am Ende „nur“ 4,6 Millionen Einheiten über die Ladentische.
Ein weiteres Highlight der GameCube-Ära ist „Four Swords Adventures“. Zwar kann das Spiel auch allein gespielt werden, sein volles Potenzial entfaltet es jedoch erst im Vier-Spieler-Koop-Modus, für den pro Teilnehmer ein per Linkkabel gekoppelter Game Boy Advance erforderlich ist. Das ermöglicht einerseits coole Gameplay-Ideen, verursacht aber auch hohe Hardware-Zusatzkosten, die sich nicht jeder leisten kann. Deshalb generiert der Titel letztendlich nur etwa 800.000 bis 940.000 Verkäufe. Deutlich besser läuft es für das im November 2004 veröffentlichte „The Legend of Zelda: The Minish Cap“. In der von Nintendo veröffentlichten Koproduktion von Flagship und Capcom erhält Link eine sprechende Mütze namens Ezelo, mit der er an bestimmten Stellen im Spiel auf die Größe eines Hühnereis schrumpfen kann. Das sorgt für viele nette Rätsel und Situationen. Ergebnis: 1,76 Millionen Fans schlagen zu.
Schwertkampf mit der WiiMote
Noch um ein Vielfaches besser verkauft sich „The Legend of Zelda: Twilight Princess“, das am 19. November 2006 in den USA und am 8. Dezember 2006 in Europa debütiert. Es nutzt die Bewegungssteuerung von Nintendos neuer Wii-Konsole clever aus. Hinzu kommt, dass Nintendo das Spiel kurz darauf auch für den GameCube veröffentlicht. Der Titel fährt auch inhaltlich schwere Geschütze auf: packende Inszenierung, riesiger Umfang und spannend designte Wolfs-Transformation. Das Resultat sind 8,85 Millionen Verkäufe – und der Entschluss, einen weiteren Wii-Ableger auf den Markt zu bringen. Bis dieser am 18. November 2011 in Form von „The Legend of Zelda: Skyward Sword“ erscheint und mit nochmals optimierter Bewegungssteuerung, Vögeln als Fortbewegungsmittel und dem narrativen Ursprung der Master-Schwert-Legende begeistert, gelingen Nintendo allerdings noch drei weitere Hits. Einerseits das ebenfalls in einer Inselwelt angesiedelte und direkt an „The Wind Waker“ anknüpfende „The Legend of Zelda: Phantom Hourglass“. Zum anderen dessen Fortsetzung „The Legend of Zelda: Spirit Tracks“, in der Link Lokführer des Götterzugs ist. Beide Spiele nutzen die technischen Möglichkeiten des Nintendo DS (Doppelbildschirm, Touch-Eingaben, Mikrofon etc.) gut aus und beweisen einmal mehr, dass die Marke „Zelda“ für Qualität steht – egal auf welcher Nintendo-Plattform.
Die Wii-U-Ära von Nintendo steht zunächst einmal ganz im Zeichen von Neuauflagen. Sowohl „The Wind Waker HD“ (4. Oktober 2013) als auch „Twilight Princess HD“ (4. März 2016) spendieren den entsprechenden Wii-Titeln eine hochauflösende Überarbeitung, nutzen den Touchscreen des Gamepads sowie dessen integrierten Gyrosensor (für optimiertes Zielen) und lassen dabei Story und Gameplay eher unangetastet.
Wer in den frühen 2010er-Jahren neue Abenteuer mit Link erleben möchte, spielt daher besser „The Legend of Zelda: A Link Between Worlds“ (22. November 2013). In der 3DS-Produktion kann Link erstmals mit Wänden verschmelzen und sich an diesen entlangbewegen, um Wachen auszutricksen und dergleichen mehr. Außerdem setzt Nintendo bei der Fortsetzung des SNES-Oldies auf eine nicht-lineare Missionsstruktur. Nach der sehr empfehlenswerten 3DS-Umsetzung „Majora’s Mask 3D“ (13. Februar 2015) mit vielen Quality-of-Life-Verbesserungen aus der Feder des japanischen Entwicklers Grezzo erscheint in dieser Dekade außerdem das auf Drei-Spieler-Koop-Partien getrimmte „TriForce Heroes“ (23. Oktober 2015).
Auch Zelda kann Open World
Dass letztgenannter Titel qualitativ etwas hinter den vorherigen Handheld-Ablegern zurückbleibt, ist spätestens seit dem 3. März 2017 vergessen. An diesem Tag stürmt „The Legend of Zelda: Breath of the Wild” als Starttitel für Nintendos Hybridkonsole Switch sowie als Abgesang für die Wii U auf den Markt. Der Clou: Erstmals erkundet Link eine echte offene Welt, die dank gelungener Physik- und Chemie-Engine mehr als zuvor auf Realismus getrimmt ist. Wer beispielsweise tonnenschwere Baumstämme nahe einer Klippe mit einer Axt fällt und dann mit Hilfe der Schwerkraft ins Tal befördert, kann die dortigen Gegner bereits vor dem Kampf massiv dezimieren. Hinzu kommen 120 Rätselschreine, denkwürdige Gadgets und epische Bosskämpfe. Die Fachpresse (Metacritic: 97/100) ist hellauf begeistert und auch die Fans sind hin und weg. Kein Wunder, dass der Titel mit rund 34 Millionen verkauften Einheiten heute die Verkaufscharts der „Zelda“-Spiele unangefochten anführt.
Aber auch die Neuauflage von „Link’s Awakening“ (20. September 2019) und das technisch aufpolierte „Skyward Sword HD“ (16. Juli 2021) können sich sehen lassen. Sie sind unterhaltsame Lückenfüller, bis Nintendo am 12. Mai 2023 mit „Tears of the Kingdom“ einen weiteren Meilenstein erreicht. Das Spiel hat sich bis heute schon mehr als 22,7 Millionen Mal verkauft. Neben einer noch größeren Open World mit drei Ebenen (Himmelsinseln, Oberwelt und Abgrund) begeistern vor allem das Ultra-Hand-Gadget und das damit verbundene Bausystem. Ob Gleiter, Streitwagen oder Kampfdrohne – mit der nötigen Kreativität und den richtigen Teilen ist hier alles möglich. Übrigens: Beide Titel sind mittlerweile auch in maßgeschneiderten Versionen für die Switch 2 erhältlich. Sie bieten nicht nur Bildraten von bis zu 60 fps bei höherer Auflösung, überarbeiteten Texturen und HDR-Unterstützung, sondern auch verkürzte Ladezeiten bei Schnellreisen sowie eine Verbindung zur Begleit-App „Zelda Notes“.
Stichwort „Zelda“: Am 26. September 2024 spendiert Nintendo der Prinzessin mit „The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom“ erstmals ein Spiel, in dem sie die Hauptrolle übernimmt. Das Ergebnis ist erfreulich puzzle- und experimentierlastig. Mit 3,7 Millionen Verkäufen ist es ein weiterer Beleg für die Zugkraft der Marke – selbst wenn Link mal nicht die Heldenrolle übernimmt.
Dieses Remake bringt sogar GTA VI ins Schwitzen
Dass Neuauflagen bereits veröffentlichter „Zelda“-Spiele gut ankommen, hat Nintendo in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Entsprechend gespannt wartet die Community nun auf die für den 5. November 2026 angekündigte Switch-2-Neuauflage von „Ocarina of Time“, die es wahrlich in sich hat. Die gesamte Spielwelt erstrahlt in einer zeitgemäßen Optik mit 60 Bildern pro Sekunde und hat dennoch den Charme des N64-Originals behalten. Erzählerisch wichtige Zwischensequenzen sind nun erstmals vertont, die Kamera lässt sich völlig frei bewegen und Link kann auf Knopfdruck springen (damals geschah das vollautomatisch, wenn er sich einer Kante näherte). Das Interface wurde komplett überarbeitet und die Bewegungssteuerung erlaubt präziseres Zielen. Außerdem können Gebäude nahtlos betreten werden. Wer mag, kann die Okarina-Melodien nun erstmals durch Singen beziehungsweise Summen ins Switch-2-Mikrofon aktivieren. Eine wirklich grandiose Idee! Hinzu kommt eine deutlich lebendigere Welt, ein gänzlich neuer Orchester-Soundtrack und das vielversprechende „Threads of Time“-System, das Hinweise zum nächsten Story-Ziel in einem praktischen Menü bündelt. Bereits in der Vorbestellerphase knackt der Titel aktuell immer neue Rekorde, weshalb Analysten dieser Neuauflage Großes zutrauen. Selbst „GTA VI“ wurde in Sachen Vorbestellungen phasenweise überholt – nicht zuletzt, weil Nintendo das Spiel physisch als mit Daten gefülltes Modul ausliefert und nicht als Software-Schlüssekarte.
Eine wirklich grandiose Idee
Reihenweise Jubiläumsaktionen
Neben dem vielversprechenden „Ocarina of Time“-Remake hat Nintendo anlässlich des runden Marken-Geburtstags aber noch viele weitere Überraschungen für Fans in petto. Hingucker-Qualitäten können wir beispielsweise der ab dem 29. Oktober 2029 erhältlichen „The Legend of Zelda“-Sonderedition der Switch 2 bescheinigen. Sowohl die Konsole als auch die grünlichen Joy-Con-Controller und die goldene Docking-Station sind hier mit kunstvollen Triforce-Symbolen verziert. Passend dazu hat Nintendo außerdem einen Switch 2 Pro Controller und eine Switch-2-Tragetasche im Portfolio. Alle „Ocarina of Time“-Kenner freuen sich außerdem über die amiibo-Figuren „Junger Link“ und „Junge Zelda“. Im Spiel schalten sie passende Masken im N64-Retrostil frei, allerdings kommen sie erst 2027 auf den Markt. Noch verlockender sind zwei tatsächlich als Instrumente nutzbare Okarina-Varianten: Eine erfordert Hineinpusten, die andere (von Hori) ist vollelektronisch und spielt zwölf gespeicherte Melodien auf Knopfdruck ab.
Um „Zelda“ für neue Zielgruppen zu erschließen, kündigte Nintendo im Rahmen seiner Jubiläumsfeierlichkeiten außerdem weitere interessante Merchandise-Artikel an. So erscheinen in Zusammenarbeit mit Panini zum Beispiel offizielle Sammelkarten mit Motiven aus allen bereits veröffentlichten „Zelda“-Spielen bis einschließlich „Echoes of Wisdom“. Hasbro bringt hingegen zahlreiche Spielsachen auf den Markt, allen voran eine etwa 68 cm lange Nachbildung des Master-Schwerts mit Bewegungssensoren und 15 Soundeffekten. Ebenfalls von dem US-amerikanischen Spielzeughersteller stammen die sehr beweglichen „Heroes of Hyrule“-Actionfiguren von Link, Zelda und Ganondorf, die zahlreiche Ausrüstungsgegenstände enthalten und am 1. Juni 2027 auf den Markt kommen sollen. Die Figuren werden zwischen 35 und 48 Euro kosten. Darüber hinaus erweitert Lego sein „Zelda“-Sortiment und ergänzt mit „Link & Epona“ ein 1.750 Teile umfassendes Bauset. Hanayama Toys bringt die beiden Metallpuzzles „Hylian Shield“ und „Master Sword“ auf den Weg.
Besucher des Nintendo Museums in Kyoto erwartet wiederum besonders exklusiver Sammelkram. Denn nur dort kann das „Nintendo Museum Official Book Vol. 2“ zum Preis von umgerechnet elf Euro erworben werden. Das Buch greift das 40-jährige Jubiläum der Reihe auf. Ab dem 5. November 2026 gibt es im Museum zudem eine Master-Schwert-Fotoecke, eine interaktive Geschichtstafel und eine lebensgroße Link-Statue.
Die Bedeutung, die Nintendo dem 40-jährigen „Zelda“-Jubiläum beimisst, zeigt sich nicht zuletzt in der ab dem 23. Januar 2027 zunächst in Japan startenden Konzerttour, die später auch in den USA und Europa Halt macht. In Europa macht sie am 3. und 4. April in London, am 18. und 19. Juni in Stockholm, am 17. September in Edinburgh und am 18. September in Glasgow Station. Die genauen Informationen sind auf zelda.gameconcerts.com zu finden. Für den 30. April 2027 ist außerdem der Live-Action-Film „The Legend of Zelda“ geplant, den Nintendo in Zusammenarbeit mit Sony Pictures produziert. Regie führt Wes Ball, während Shigeru Miyamoto zusammen mit Avi Arad als Produzent auftritt.
Und wie geht es mit der Reihe nach dem „Ocarina of Time“-Remake weiter? Fans hoffen insbesondere auf eine Neuauflage des direkten Nachfolgers „Majora’s Mask“. Das Erstaunliche: Auf www.imdb.com gibt es bereits einen Datenbankeintrag zur HD-Version und die Nennung von Synchronsprecher Nobuyuki Hiyama, der angeblich das Motion Capturing des charismatischen Tänzergeists Camaro übernimmt. Außerdem gibt es Gerüchte über Remakes der Game-Boy-Color-Klassiker „Oracle of Ages“ und „Oracle of Seasons“, die im Stil der Switch-Fassung von „Link’s Awakening“ neu aufgelegt werden könnten. Wenn man dem spanischen Branchen-Insider Nash Weedle Glauben schenkt, plant Nintendo zudem Switch-2-Neuauflagen von „The Wind Waker“ und „Twilight Princess“ sowie ein komplett neues 2D-„Zelda“ mit dem Codenamen „Bernard“, das den Fokus auf Ganondorf legt. Ob diese Gerüchte zutreffen, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass Nintendo seine branchenprägende „Zelda“-Franchise weiter eifrig ausbauen wird. (soe/bpf)