IGM-Serie "Chefetage": game-Geschäftsführer Felix Falk

Ob als Bandleader oder Verbandsleiter: Felix Falk gibt den Takt vor. Der Geschäftsführer des game muss die Interessen von mehr als 300 Mitgliedern unter einen Hut bringen.
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Wie bei jedem seriös geführten eingetragenen Verein gibt es auch beim game e. V. eine Satzung, regelmäßige Mitgliederversammlungen, Gremien, Arbeitsgruppen und gewählte Vorstände. Doch in der Öffentlichkeit ist er Gesicht und Stimme des Verbands: Geschäftsführer Felix Falk. Zusammen mit seinem 16köpfigen Team arbeitet der 40-Jährige an der Mission, "Deutschland zum besten Games-Standort zu machen".

Unterm Strich ist das bislang gut gelungen. Im Rückblick ist Falk nach eigener Auskunft immer noch baff, was in den gerade einmal drei Jahren seiner Geschäftsführer-Tätigkeit alles passiert ist und wie viele Projekte umgesetzt werden konnten. "Als ich beim BIU angefangen habe, hatte ich etwas Sorge, weil die Messlatte schon wirklich hoch lag", erzählt Falk. "Insgeheim hatte ich drei große Ziele vor Augen, bei denen ich aber alles andere als sicher war, ob sie gelingen würden. Mittlerweile sind mit Angela Merkel auf der gamescom, der Verbandsfusion und der Bundesförderung nicht nur diese drei erreicht, sondern zum Beispiel mit der gamescom: Opening Night Live ein erfolgreicher Start der neuen Strategie für die gamescom gesetzt. Auf solche Erfolge bin ich persönlich stolz."

Falks Büro befindet sich in der neuen Geschäftsstelle im Herzen Berlins, mit der Friedrichstraße und Unter den Linden direkt vor der Nase. "Ein echter Vorteil, als Verband direkt im Herzen des politischen Berlin zu sitzen, in Steinwurfnähe zu Ministerien und Bundestag", schwärmt Falk. "Nachteil sind die vielen Krankenwagen, die gerade bei der Kreuzung vor meinem Fenster verlässlich die Sirenen anschalten – was meine Telefonpartner denken lässt, ich stünde auf der Straße."

Insgeheim hatte ich drei große Ziele vor Augen

 

Wenn es sein eng getakteter Terminplan zulässt und er nicht gerade im Flieger oder auf einem Podium sitzt, widmet er sich noch zu Hause den Mails, die über Nacht aufgelaufen sind. Dann geht's mit dem Fahrrad ins Büro: "Ich bin absoluter Fahrrad-Fan in Berlin – egal ob Sommer oder Winter, was angesichts einiger überraschender Regenschauer und rabiater Autofahrer nicht immer nur Vorteile hat. Aber ich liebe es!" Aufs Rad verzichtet Falk allenfalls, wenn eine Weiterreise am selben Tag ansteht – dann sieht man ihn auch mal mit einem "Emmy", einem Leih-Elektroroller, durch die Stadt flitzen. Das Auto nutzt er hingegen nur, wenn eine Bandprobe vorgesehen ist oder er die Saxophone mitnehmen muss. Moment, SaxophonE? In der Tat, denn in seiner Freizeit steht Falk nach wie vor oft und gerne auf der Bühne: "Ich liebe Musik und nach tour- und reisefreudigen zwölf Jahren mit meiner Band Mo' Blow spiele ich mittlerweile mit meinem Bruder Jacob in unserer Band ÜberBrüder und habe auch ein Saxophon-Quartett namens Stadtwind gegründet. Beides aber wirklich als Hobby und nicht als Zweitberuf, so dass mein Leben inzwischen familienfreundlicher ist und ich viel Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn verbringen kann. Außerdem gehört natürlich Sport, vor allem Laufen und Fahrradfahren, und Lesen dazu. Und ich engagiere mich ehrenamtlich zum Beispiel im Verband der Jazzmusiker."

Auch im Hauptberuf beim game ist Falks Taktgefühl und Timing gefragt: "Angesichts einer Geschäftsstelle mit 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mittlerweile vier Tochterunternehmen (USK, Stiftung Digitale Spielekultur, devcom, esports player foundation), die ich in der Gesellschafterrolle begleite, steht die Eigenverantwortung immer ganz vorne. Das ist auch sinnvoll, denn zum Glück sind an allen Stellen echte Profis am Werk, die einen super Job machen und mich in den meisten Fällen gar nicht brauchen."

Überhaupt ist er voll des Lobes über seine Mannschaft: "Ich habe noch nie in so einem Hochleistungs-Team gearbeitet. Das macht wirklich Spaß und motiviert auch mich selbst. Was ich gar nicht leiden kann, sind fehlende Zuverlässigkeit, weil zum Beispiel Dinge schlicht vergessen werden." Neben der Eigenverantwortung ist ihm ein gutes Wir-Gefühl wichtig – dazu tragen flexible Arbeitszeiten und Team-Events bei. Gar keine Marotte? "Ich habe tatsächlich bei einem Team-Essen letztens danach gefragt. Da hat das Team zumindest mir nur die hochgekrempelten Hemdärmel verraten."

Hochgekrempelte Ärmel sind mehr denn je in Zeiten der Krise gefragt, die Falk ebenso wie seine Mitstreiter überwiegend im Home-Office-Betrieb verbringt. Auch längere Reisen – etwa nach Peru, wo er zuletzt 2001 war – müssen coronabedingt bis auf Weiteres warten. Bei allen Verwerfungen infolge der Pandemie hofft Felix Falk vor allem auf eines: dass es in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik die Bereitschaft gibt, "Digitalisierung als Chance und Notwendigkeit zu erkennen." (pf)

IGM 06/20
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