Bigben Week 2026: Von Games und Hardware-Highlights

Bis zum großen Jubiläum der Bigben Week ist es nicht mehr lange hin. Die neunte Ausgabe der Hausmesse des namensgebenden französischen Herstellers fand jedoch unter anderen Voraus­setzungen statt, da im Februar ein Insolvenzverfahren gegen die Bigben-Tochter Nacon eingeleitet wurde. Doch von schlechter Stimmung war vor Ort nichts zu spüren. IGM war wie immer mit von der Partie und hat sich die aktuellen und künftigen Highlights des Soft- und Hardware-Herstellers genauer angesehen.
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Normalerweise ist die Bigben Week im Herzen der französischen Hauptstadt Paris beheimatet. In diesem Jahr ist das jedoch anders. Die neunte Hausmesse von Bigben Interactive und deren Tochter- und Partnerunternehmen findet nämlich Mitte Mai 2026 in der Stadt Clichy statt, die unmittelbar im Nordwesten an Paris angrenzt. Doch auch hier läuft alles wie gewohnt – inklusive feiner Canapés und Champagner. Auch Nacon-Geschäftsführer Laurent Honoret zeigt sich im exklusiven IGM-Interview (siehe S. 18ff.) wie gewohnt gut gelaunt und blickt positiv in die Zukunft.

Üppiges Hardware-Portfolio
Wie immer muss man auch auf der Bigben Week 2026 nicht lange nach den aktuellen und kommenden Highlights aus den Bereichen Gaming, Spiele-Hardware, Audio, Entertainment und Handy-Zubehör suchen. An meterlangen Wänden prangt das Zubehör für die drei aktuellen Top-Konsolen PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2: Ladestationen für die Joy-Con-2-Controller, stylische und robuste Transporttaschen für die Switch 2 sowie offiziell für die Konsolen von Sony und Microsoft lizenzierte Gamepads. Das Angebot reicht vom kostengünstigen Einsteigermodell bis hin zu luxuriösen Premium-Modellen für die Pro Gamer, die mit Gewichten, alternativen Sticks und anderem umfassend anpassbar sind. Das ohnehin üppige und bereits alles abdeckende Angebot wurde zwar nur begrenzt erweitert. Es gibt jedoch nun besonders hochwertig verarbeitete Controller zu Preisen, mit denen die originalen Gamepads nicht mehr mithalten können. Praktisch alles für Xbox und PlayStation ist zudem PC-kompatibel. Bigben und Nacon visieren mit letzterem genau einen Markt an, der gefühlt seit einem Jahrzehnt brachliegt.

 

Vom Einsteigermodell bis hin zu luxuriösen Premium-Modellen

 

Auch im Revosim getauften Sektor, in dem die Franzosen zum Launch im Jahr 2025 zunächst Direct-Driving-Wheels und weitere Peripheriegeräte der Oberklasse erfolgreich auf den Markt brachten, geht es weiter. Nacon erweitert das modulare System in diesem Jahr um gleich mehrere Varianten. Dazu gehören nicht nur Lenkrad-Basen mit einer Force-Feedback-Power von wahlweise 6, 9 oder 12 Newtonmetern, sondern auch ein deutlich günstigeres Einstiegsmodell. Dieses kann einfach am Schreibtisch befestigt werden und erfordert keinen zusätzlichen, platzraubenden Racing-Seat. Auch eine alternative Pedalerie, die einfach auf den Boden gestellt werden kann, wird noch in diesem Jahr das Angebot erweitern. Mit dem mit Aston Martin gebrandeten Lenkrad inklusive passender Rennfahrer-Handschuhe können Spieler nun auch zu einem ersten „Markenmodell“ greifen, dem in Zukunft weitere folgen sollen. Darüber hinaus wird es viele der Revosim-Hardware-Modelle künftig auch mit vollem Konsolen-Support geben. Alles ist offiziell für PlayStation 5 und Xbox Series lizenziert, sodass man sich weder um die Funktionalität noch um die Qualität Sorgen machen muss.

Mehr Indie-Games als Double A
Auch in Zukunft wird Nacon an seinem Ansatz festhalten, sich auf besondere Indie-Games und ausgewählte Double-A-Produktionen zu konzentrieren, anstatt den nur schwer finanzierbaren Versuch zu unternehmen, mit Spielen mit zwei- oder dreistelligem Millionenbudget zu konkurrieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei der im April 2022 übernommene Hamburger Publisher Daedalic Entertainment. Dieser wurde zuletzt für das im Februar 2026 für PC und Konsole veröffentlichte Science-Fiction-Strategiespiel „Star Trek: Voyager – Across the Unknown“ von Spielern und Presse gleichermaßen gelobt. Noch in diesem Jahr geht es unter anderem mit dem kindgerechten Puzzle-Spiel „Woodo“, dessen Hauptfigur Foxy auch Erwachsene mit seinem Charme einfangen wird, weiter. Mit dem „Hunting Simulator 3”, „Tour de France 2026” und dem in Europa entwickelten Japano-Rollenspiel „Edge of Memories” stehen in den kommenden Wochen weitere Titel auf dem Plan, die erfolgreich ihre Nische bedienen sollen.

Das Angebot an Double-A-Produktionen fällt für dieses Jahr hingegen merklich kleiner aus, was wenig verwundern dürfte, nachdem gleich vier interne Studios sowie der Mutterkonzern Insolvenz anmelden mussten. Davon ist mindestens der „GreedFall 2“-Macher Spiders betroffen, der komplett schließen muss. Nacon hat mit „The Mound: Omen of Cthulhu“ aber dennoch ein größeres, sehr vielversprechendes Projekt im Angebot. Der Entwickler ACE Team bereitet damit einen kooperativen Mehrspieler-Titel vor, in dem bis zu vier Spieler im Südamerika der Zeit der Konquistadoren zu Schatzjagden aufbrechen. In dem auch technisch hochwertig umgesetzten Spiel geht es jedoch nicht nur darum, ausreichend Beute zu sammeln, um die Aufträge zu erfüllen. Wie es sich für ein Spiel mit dem von H. P. Lovecraft erschaffenen Cthulhu-Mythos gehört, bekommt das Heldenquartett es auch mit allerlei Monstern und mythischen Kreaturen wie Zombies, riesigen Würmern oder Waldgeistern zu tun. Nur wenn alle zusammenarbeiten, Waffen, Heilmittel, Munition und sonstigen Nachschub miteinander teilen und sich gegenseitig den Rücken freihalten, können die Aufträge erfüllt werden. Wie es sich für einen modernen Mehrspieler-Titel gehört, sind von Beginn an Koop-Partien über alle Plattformen hinweg möglich – nicht nur innerhalb einer der drei Release-Plattformen (PC, PS5 und Xbox Series X|S). Das bekommen selbst viele große internationale Publisher bis heute nicht immer hin!

 

Von Beginn an Koop-Partien über alle Plattformen hinweg möglich

 

Modern und Retro-Touch
Das Bigben-Gründungsjahr 1981 ist vermutlich nicht der Grund dafür, dass auf der Hausmesse der Franzosen auffällig viel Musik aus den 1980er- und 1990er-Jahren erklingt. Und vermutlich auch nicht, dass neben stylischen Bluetooth-Lautsprechern und -Kopfhörern, KI-ausgestatteten Weckern für Kinder oder Sound-Bars der zu Bigben gehörenden Marke Thomson auch Produkte mit Retro-Charme angeboten werden. War es im letzten Jahr noch ein mobiler Kassettenspieler mit internem Flash-Speicher für digitale Musik, der in manchen Regionen sogar unter dem Namen „Walkman“ verkauft werden darf, so erweitern dieses Jahr Plattenspieler das Angebot. Sie verbinden Retro und Moderne gekonnt. Wie wäre es mit einem Plattenspieler, der wie eine moderne Variante eines Grammophons mit großem Schalltrichter aussieht? Oder ein Turntable, der überwiegend aus Plexiglas besteht und bei dem durch den schließbaren Deckel sämtliche mechanische Teile perfekt erkennbar sind?

Ob die Plattenspieler einen ähnlichen Erfolg wie der „Walkman“ erzielen werden, bleibt abzuwarten. Stil haben die Geräte in jedem Fall, und Bigben hat erkannt, dass alles irgendwann wiederkommt. „Wiederkommen“ ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort. Wie die Bigben Week 2026 zeigt, ist das Unternehmen noch längst nicht am Ende angekommen. CEO Laurent Honoret sieht trotz der angespannten finanziellen Lage bereits das Licht am Ende des Tunnels. So schwierig die aktuelle Situation auch anmuten mag, auf die erfolgreich abgewendete Pleite des französischen Entwicklers Don’t Nod im Jahr 2014 folgte das überaus erfolgreiche Adventure „Life Is Strange“. Mit Double-A-Games, Revosim und hochwertiger Gaming-Hardware für PC, PS5, Switch 2 und Xbox Series stehen die Chancen alles andere als schlecht, dass das 45-jährige Bestehen in diesem Jahr definitiv nicht das letzte Jubiläum sein wird. (bb/bpf)

IGM 06/26
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